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Große Beteiligung an Pflanzaktion


Julian Schmitt (rechts) überreicht Dieter Wietreck einen Pflanzcontainer.

Drei Paletten voll Pflanzcontainer sind am Montag bis 11 Uhr schon rausgegangen. Bis Donnerstagabend will Forstrevierleiter Julian Schmitt 350 der schwarzen Kunststoffkästen an engagierte Bürgerinnen und Bürger verteilt haben. Sie konnten sich in der letzten Woche zur Pflanzaktion „Zieh’ einen Baum groß!“, bei dem Eicheln gesammelt, daheim groß gezogen und nächstes Jahr im Stadtwald gepflanzt werden, anmelden. Seither steht das Telefon des Försters nicht mehr still. So groß war die Nachfrage, dass die Behälter schnell nicht mehr reichten. Dabei hatte Schmitt zusammen mit einem Kollegen vier Stunden lang die Pflanzcontainer mit Erde gefüllt - 2,5 Kubikmeter Pflanzerde, um genau zu sein. Und so entschied sich Julian Schmitt nach zahlreichen Anmeldungen dafür, wenigstens Pflanzanleitungen an Eichelsammler, die ihre eigenen Töpfe nutzen, herauszugeben. Insgesamt werden so mindestens 500 Leute an der Aktion teilnehmen. Sie kommen fast ausschließlich aus Schorndorf und den Teilorten. Es machen auch ein paar Schulen und Kindergärten mit bei der Aktion, aber hauptsächlich handele es sich um Einzelpersonen, verrät Schmitt.

Große Nachfrage

Und man merkt, dass die Nachfrage groß ist. Alle paar Minuten kommen Menschen zum Bauhof, um ihre Container abzuholen. So auch Dieter Wietreck. Er fände es ganz toll, dass es so eine Aktion gibt, erzählt er. „Vor Jahren habe ich das Buch ‚Der Mann, der Bäume pflanzte’ von Jean Giono gelesen“, so Wietreck. Darin geht es um einen Franzosen, der - wie der Titel schon erahnen lässt - Bäume pflanzt. Die Idee, selbst Bäume groß werden zu sehen, fasziniert Wietreck. Und so war er sofort Feuer und Flamme, als er von der Baumpflanzaktion in Schorndorf erfuhr. „Ich möchte was für die Natur tun. Man merkt ja selbst, dass unsere Wälder eintönig bepflanzt sind, wir brauchen aber Mischwälder“, meint Dieter Wietreck.

Auch das Ehepaar Dagmar Hottenroth und Albrecht Burkhardt will dem Klimawandel trotzen. „Wir wissen, dass man den Stadtwald schützen muss. Und bevor die Eicheln vergehen, kann man ja auch versuchen, sie aufzuziehen und etwas Gutes zu tun“, erklärt Dagmar Hottenroth. „Und das sollte auch klappen“, meint ihr Mann Albrecht Burkhardt enthusiastisch. „Ich habe auch schon einige Bonsaibäume daheim gezüchtet.“ Dann lacht er und verrät Julian Schmitt, dass er selbst mal Förster werden wollte.

4.000 Bäume für Stadtwald möglich

5.250 Bäume könnten aus den jetzt gesammelten Eicheln groß gezogen werden. Julian Schmitt geht davon aus, dass am Ende durch Ausfall mancher Samen 4.000 Bäume gepflanzt werden können. Das wäre ein Baum für jeden zehnten Schorndorfer.

„Ich hätte nicht mit so einer starken Reaktion gerechnet“, meint der Förster zu der hohen Nachfrage. „Da sieht man erstmal, wie viele Leute sich für das Thema interessieren.“ Er freut sich, dass sich die Bürgerinnen und Bürger so für ihren Stadtwald engagieren. „Da macht man gern Überstunden, wenn man das sieht“, erklärt Schmitt, der nach der Arbeit und am letzten Wochenende auch noch in seiner Freizeit E-Mails beantwortet und Organisatorisches vorgenommen hatte. „Die Leute scheinen auf so eine Aktion nur gewartet zu haben.“