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Aufarbeitung von Müllsünden


Während Umweltschutz heute bei den meisten einen hohen Stellenwert hat, war das in der Vergangenheit nicht der Fall. In den Sechziger und Siebziger Jahren war es gang und gäbe seinen Müll einfach zu vergraben. Unbeeindruckt von möglichen umweltschädlichen Stoffen. Lackreste und Autobatterien galten als Hausmüll. Kaum mehr vorzustellen in der heutigen Zeit.
Um die Sünden der Vorzeit bestmöglich aufzuarbeiten hat die Stadt Schorndorf sich zum Ziel gesetzt, jedes Jahr eine sogenannte Verdachtsfläche zu untersuchen. Im vergangenen Jahr machte die ehemalige Müllkippe von Schlichten den Anfang. Die Ergebnisse liegen aktuell noch nicht vor. „Die Aufgabe an sich ist eine Pflichtaufgabe für alle Städte und Gemeinden im Land“, erzählt OB Matthias Klopfer. „Doch der Zeitplan wurde individuell von uns erstellt.“

In diesem Jahr folgt die Verdachtsfläche auf dem Gebiet Morgensand/Seelachen zwischen Schorndorf und Urbach. In den Siebziger Jahren wurde dort eine Remsschlinge trocken gelegt, um die angrenzenden Äcker besser bewirtschaften zu können. Dieser Seitenarm wurde dann mit rund 9.000 Kubikmetern Erdaushub, Bauschutt und Hausmüll gefüllt. „In den kommenden Wochen wird eine Spezialfirma in diesem 4.500 Quadratmeter großen Bereich Probebohrungen durchführen. Damit soll herausgefunden werden, was sich im Erdreich befindet“, erklärt Thorsten Donn, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Baurecht den Vorgang.

Das Verdachtsgebiet im Bereich Morgensand/Seelachen

„Die Stadt geht bei den Kosten für die Untersuchung in Vorleistung, bekommt diese allerdings vom Land ersetzt“, so Donn weiter. Um einen niederen fünfstelligen Betrag handele es sich dabei.
„Eine Überprüfung sind wir den nachfolgenden Generationen schuldig“, sagt Oberbürgermeister Matthias Klopfer. Ihm sei klar, dass der Bereich Morgensand/Seelachen bei Spaziergängern und Radfahrern beliebt sei. „Da es sich um ein Schutzgebiet aller Kategorien handelt, ist besondere Vorsicht geboten“, so Klopfer weiter. Die entsprechende Fläche ist unter anderem Landschaftsschutzgebiet, Naturschutzgebiet und Wasserschutzgebiet.

Um Bürger, Umwelt- und Naturschützer, die die Arbeiten möglicherweise beobachten, zu beruhigen, erklären Klopfer und Donn, dass keine Bauarbeiten geplant sind. Lediglich die Bohrungen zur Bodenuntersuchung finden statt. In rund einem Jahr, wenn die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen, wird entschieden, ob die Fläche saniert oder versiegelt werden muss oder ob keine Gefahr von den Altlasten ausgeht und nichts weiter gemacht werden muss.