News

Ab 4. Mai: Rathäuser geöffnet, Schulen teilweise geöffnet


Klassenraum mit Mindestabstand.

Am 4. Mai ist es soweit, dann öffnen Schulen und Rathäuser auch in Schorndorf wieder ihre Türen. Die Vorkehrungen für die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen laufen derzeit auf Hochtouren. Bei einem Presserundgang durch das Burg-Gymnasium konnten sich Journalisten am Dienstag selbst ein Bild davon machen, wie der Schulbetrieb in Zeiten von Corona möglichst reibungslos ablaufen soll. Rund 150 Schüler dürfen am Montag wieder zeitversetzt das Gymnasium besuchen. „Maximal 60 Schüler werden zur gleichen Zeit in verschiedenen Klassenräumen unterrichtet. Meistens werden es aber viel weniger sein“, berichtet Rektor Jürgen Hohloch. Denn auf dem Unterrichtsplan stehen bei den Abiturienten erstmal nur die prüfungsrelevanten Fächer und bei den weiteren Abschlussklassen die Leistungskurse sowie die Hauptfächer Mathe und Deutsch.

Alle Räume sind mit maximal 14 Tischen ausgestattet, und es muss gewährleistet sein, dass die genutzten Räume regelmäßig gut durchlüftet werden können. Erst wenn alle Schüler an ihrem zugewiesenen Platz sitzen, betritt der Lehrer das Zimmer. So soll der Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Meter eingehalten werden.

Viele Maßnahmen

Der Wasserspender darf vorerst nicht genutzt werden. Besonderes Augenmerk liegt in den Schulen auf den Ein- und Ausgangsbereichen. „Dies sind kritische Punkte, an denen sich viele Schüler begegnen können, deshalb haben wir eine ganz klare Trennung von Ein- und Ausgang vorgenommen“, erläutert Klaus Konz, Fachbereichsleiter Gebäudemanagement der Stadt. Zusätzlich dazu wurden Bodenmarkierungen angebracht und Verkehrswege innerhalb der Schule geplant. Jeden Tag wird im Burg-Gymnasium ein Lehrer die Eingangs- und Ausgangssituation begleiten und die Schüler auf die Maßnahmen hinweisen. Nacheinander werden die Schüler in die Schule gelassen, dann sollen sie direkt Hände waschen und im Anschluss nacheinander die Klassenräume betreten. Auf den Gängen und während der Pause gilt eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht, in den Klassenräumen kann der Mundschutz freiwillig getragen werden. Wer auf Toilette muss, darf dies während des Unterrichts tun, um lange Warteschlangen zu vermeiden. Auch gegessen werden darf während des Unterrichts, da in der Pause ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. „Diese Regelung gilt zunächst für zwei Wochen, also bis zum Abitur“, so Jürgen Hohloch, und weiter: „Da wir zunächst nur ältere Schüler unterrichten, gehen wir ganz stark davon aus, dass sich alle an die Regeln halten werden.“ Fast täglich werden vom Land Baden-Württemberg neue Maßnahmen für die Schulen mitgeteilt, die es dann umzusetzen gilt. „Wir fahren aktuell alle auf Sicht“, so der Rektor. Ganz ähnliche Vorkehrungsmaßnahmen wie im Burg-Gymnasium gibt es in allen Schulen der Stadt. „Manch einer hat zum Beispiel nur die Pausensituation anders geregelt“, sagt Isabelle Kübler, Fachbereichsleiterin Schulen und Vereine.

Die Stadt Schorndorf hat die Schulen mit ausreichend Seife ausgestattet. Die Klassenräume werden, wie schon seit Jahren, täglich gründlich gereinigt. „Sollte das nicht genügen, reagieren wir natürlich sofort“, betont José Soto, Gebäudereinigungsmeister der Stadt Schorndorf und staatlich geprüfter Desinfektor vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg. Auch Desinfektionsmittel hat die Stadt parat, sollte eine Schule Bedarf melden. Vorübergehend gesperrt wurden die Trinkspender, an denen die Schüler sich sonst Wasser zapfen können. Hier wäre das Risiko einer Tröpfcheninfektion einfach zu groß.

Freude auf Unterricht

Trotz dieser zahlreichen Einschränken freut sich Rektor Jürgen Hohloch, dass die Schule wieder los geht, und auch die Schüler seien richtig motiviert. Diese Rückmeldung bekämen er und seine Kollegen beim E-Learning, den regelmäßigen Unterrichtsstunden über das Online-Schulportal. „Wir Menschen sind einfach soziale Wesen und auch wenn wir positiv überrascht sind, wie gut der Unterricht übers Internet funktioniert, so fehlt uns auch der direkte Kontakt und das direkte Feedback der Schüler.“ Bei dem ein oder anderen hat die Zeit der sozialen Isolation sicherlich auch Spuren hinterlassen. Genau deshalb werden ab kommenden Montag auch in jeder Schule wieder Schulsozialarbeiter vor Ort sein und bei Gesprächsbedarf zur Verfügung stehen, berichtet Isabelle Kübler.

Bürgermeister Thorsten Englert ist sich sicher, dass das Corona-Virus auch im kommenden Schuljahr die Schulen belasten wird, deshalb ist sein dringender Appell an die Rektoren, umzudenken. „Sollten nach den Sommerferien wieder alle Kinder in die Schule dürfen, dann brauchen wir so etwas wie einen Schichtbetrieb oder zum Beispiel auch Unterricht am Samstag. Nur so können wir vermeiden, dass sich das Virus unkontrolliert weiter ausbreitet.“ Er sieht aber auch das Glück im Unglück während der Corona-Pandemie. So könne man froh sein, dass Schorndorf das Thema Digitalisierung der Schulen rechtzeitig in die Hand genommen hätte, andernfalls wären viele digitale Angebote in der aktuellen Situation gar nicht möglich gewesen.

Öffnung der Rathäuser

Auch die Rathäuser in Schorndorf haben ab Montag, 4. Mai wieder zu den regulären Öffnungszeiten und unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln geöffnet. Davon ausgenommen ist der Fachbereich BürgerService (siehe unten). Um Wartezeiten zu vermeiden, sollten die Bürgerinnen und Bürger bevorzugt Termine online vereinbaren unter www.schorndorf.de. Für den Zutritt zu den Rathäusern müssen die Bürgerinnen und Bürger einen Mund-Nase-Schutz tragen. Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, ihre eigene Maske mitzubringen.

Sonderregelung für BürgerService

Für den Fachbereich BürgerService mit Ausnahme der Friedhofsverwaltung und der Verwaltungsstellen gelten Sonderregelungen. Vom 4. Mai bis vorerst zum 15. Mai sind für die Bürgerinnen und Bürger persönliche Termine nur nach Vereinbarung möglich: Die Terminzeiten im BürgerService – mit Ausnahme der Friedhofsverwaltung und der Verwaltungsstellen – sind vorerst bis zum 15. Mai erweitert: Mo.- Fr. 8 bis 18 Uhr. Zwischen 12.30 und 13.30 Uhr sind Bürgerbüro, Standesamt und Ausländeramt geschlossen.