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Gartenabfälle nicht entsorgen


Zauneidechse

Die vergangenen Tage und Wochen wurden verstärkt genutzt, den eigenen Garten oder das Wochenendgrundstück auf Vordermann zu bringen oder in den Obstbaumwiesen die letzten Pflegeschnitte vorzunehmen. Der hierbei anfallende Gehölzschnitt konnte jedoch nicht wie gewohnt zeitnah entsorgt werden. Die zeitweise Schließung der Grüngutsammel- und Häckselplätze im Landkreis wegen der Corona-Krise bewirkte, dass der Gehölzschnitt vorübergehend gelagert werden musste. Nun, mit der Wiedereröffnung einzelner Häckselplätze, besteht die Möglichkeit, dieses Material zu entsorgen.

Das Umweltschutzamt des Rems-Murr-Kreises weist jedoch darauf hin: Während dieser Zwischenlagerung können die Reisighaufen das Interesse zahlreicher Tiere geweckt haben. Denn Reisighaufen können schnell von Singvogelarten wie dem Zaunkönig oder dem Rotkehlchen als Versteck oder Brutplatz genutzt werden. Auch Zauneidechsen nutzen diese gerne als Unterschlupf. Daher empfehlen die Naturschutz-Experten vor dem Abtransport des angefallenen Gehölzschnittes, diesen auf mögliche Bewohner hin zu überprüfen.
„Noch besser wäre es, wenn das Material ganz oder teilweise an einer geeigneten Stelle im Garten oder auf dem Stückle dauerhaft verbleiben könnte“, regt Landrat Dr. Sigel an. Denn Totholz im Garten ist ein wertvoller Lebensraum - insbesondere für Insekten! So ernähren sich beispielsweise Käfer wie der gefährdete Nashornkäfer beziehungsweise seine Larven von dem zerfallenden Altholz. Auch Nützlinge wie Marienkäfer, Laufkäfer, Ohrwürmer und Schlupfwespen nutzen Reisighaufen als Unterschlupf. Gerne werden Reisighaufen auch von Igeln als Winterquartier genutzt.

„Gerade jetzt“, so Landrat Dr. Sigel, „wäre der richtige Zeitpunkt dafür, aus der Not eine Tugend zu machen, und den eigenen Garten für bedrohte Tiere aufzuwerten und so neue Lebensräume zu schaffen.“ Weitere Informationen zum Notbetrieb einiger Grüngutsammel- und Häckselplätze finden Sie bei der AWRM unter: www.abfallwirtschaft-rems-murr.de.