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Der Rems-Murr-Kreis vergibt die Buslinienverkehre im Raum Schorndorf/Remshalden ab 1. September neu


Die Firma Fischle & Schlienz Omnibusverkehr GmbH & Co.KG ging im europaweiten Wettbewerb um den Betrieb von Busleistungen im öffentlichen Personennahverkehr der Verkehrsräume „Schorndorf – Remshalden“ (Linienbündel 4, Los 2) und „Schorndorf“ (Linienbündel 5) als Gewinner hervor. Das mittelständische Unternehmen aus Esslingen löst damit ab dem 1. September 2020 auf den folgenden Linien den bisherigen Betreiber, die Firma Knauss Reisen Dieter Frank GmbH & Co. KG aus Schorndorf ab.

den Linien des Linienbündels 4, Los 2:
  • Linie 244 (Schorndorf – Schornbach – Oppelsbohm)
  • Linie 245 (Schorndorf – Weiler – Rohrbronn – Hößlinswart (-Erlenhof))
und den Linien des Linienbündels 5:
  • Linie 242 (Schorndorf Bahnhof- Rems-Murr-Klinik - Spittler Stift - Grauhalde - Rems-Murr-Klinik - Bahnhof)
  • Linie 243 (Schorndorf - Urbach Banrain – Plüderhausen)
  • Linie 246 (Schorndorf Bf - Erlensiedlung - Wiesenstraße)
  • Linie 247 (Schorndorf Bf - Grauhalde - Alte Steige - Neuer Friedhof – Bahnhof)
  • Linie 248 (Schorndorf - Urbach - Plüderhausen)
  • Linie 249 (Schorndorf - Urbach Bahnhof)
Die Neuvergabe der Busleistungen wurde notwendig, nachdem die Firma Knauss völlig überraschend und unerwartet im August 2019 wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten Insolvenz anmelden musste. Nachdem alle Rettungsversuche für eine langfristige Weiterführung des Betriebs gescheitert waren, war der Landkreis zur Vorbereitung eines neuen europaweiten Ausschreibungsverfahrens gezwungen, um im Wege einer Notvergabe die Verkehre bis zum 31. August 2020 zu sichern. Aus diesem Notvergabeverfahren ging die Firma Knauss Reisen zwar noch als Gewinner hervor und kann damit den Betrieb der Linien bis Ende August weiterführen. In dem nun abgeschlossenen neuen europaweiten Vergabeverfahren hat sich jedoch die Firma Fischle & Schlienz mit den wirtschaftlichsten Angebotenin beiden Linienbündeln durchgesetzt.
    
Die beiden neuen Verträge haben eine Laufzeit von knapp acht Jahren. Mit der Zuschlagserteilung am 24. März 2020 besiegelten der Rems-Murr-Kreis und die Firma Fischle & Schlienz ihre Partnerschaft bis Ende Juli 2028.
 
„Wir freuen uns, dass wir mit unserem Angebot die Ausschreibung gewonnen haben. In den nächsten acht Jahren wollen wir für die Menschen in den beiden Verkehrsbereichen ein kundenorientierter und vertrauensvoller Partner sein. Dabei ist uns bewusst, dass sich die Situation der angeschlagene Firma Knauss Reisen durch den Ausschreibungsverlust weiter verschärft. Da wir in allen Regionen, in denen wir fahren, mit den ansässigen Unternehmen kooperieren, werden wir auch versuchen, mit der Firma Knauss Reisen bzw. dem eingesetzten Insolvenzverwalter und deren Arbeitnehmervertretung im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten zu kooperieren. Die ersten Gespräche dazu zu haben bereits stattgefunden“, sagt Geschäftsführer Ralf Steinmetz.

Landrat Dr. Richard Sigel zeigt sich zufrieden, dass die wettbewerblichen Vergaben bei Busunternehmen auf ein breites Interesse gestoßen waren und beide Verfahren reibungslos abgeschlossen werden konnten. Aber: "Es schmerzt schon, dass mit der Firma Knauss Reisen nun ein mittelständisches Unternehmen, das seit mehr als 90 Jahren zum Schorndorfer Straßenbild gehört – wie fast kein zweites Unternehmen – nicht mehr zum Zug kommen konnte.“

Erster Landesbeamter und Verkehrsdezernent Dr. Peter Zaar ergänzt, dass es infolge dieses wenig erfreulichen Umstandes zumindest positiv stimmt, dass der Zuschlag an ein bereits im Landkreis tätiges Unternehmen gegangen ist. „Mit der Firma Fischle & Schlienz – das aus einer Bietergemeinschaft der in Esslingen ansässigen Firmen Schlienz und Fischle hervorgegangen ist – wird in den beiden Linienbündeln ein erfahrenes Unternehmen den Betrieb aufnehmen, das seine Leistungsfähigkeit im Rems-Murr-Kreis bereits durch den Betrieb von Linienverkehren rund um Waiblingen unter Beweis stellen konnte.“