News

Corona-Testzentrum eingerichtet


Rems-Murr-Kreis informiert zum Corona-Testzentrum.

Der Rems-Murr-Kreis ist ab sofort auf den Ernstfall vorbereitet. Innerhalb von 24 Stunden wurde ein Corona-Testzentrum in der Rems-Murr-Klinik Schorndorf eingerichtet, in dem begründete Verdachtsfälle und diejenigen, die Kontakt zu begründeten Verdachtsfällen hatten, versorgt werden können.

Am Dienstag war die erste Infektion im Rems-Murr-Kreis bekannt geworden. Ein 44-jähriger Mann aus Rudersberg ist an Covid 19 erkrankt. Das in diesem Zusammenhang betroffene Schulzentrum in Rudersberg blieb daraufhin gestern (4.3.) vorsorglich geschlossen. Die Rems-Murr-Kliniken reagierten umgehend und stampften innerhalb eines Tages ein Testzentrum am Standort Schorndorf aus dem Boden.

Klinik bestens geeignet

Ärztin Angela Rothermel mit Corona-Test-Kit.Abgeschottet vom restlichen Teil der Klinik ist die Station 15, die nun als Corona-Testzentrum dient, bestens geeignet. Nur über eine Rampe ist die Station, die auch zuvor schon als Isolierstation eingesetzt wurde, erreichbar. „Die Infrastruktur hier in Schorndorf war schon gegeben. Es gibt kurze Zugangswege, auch ein Parkplatz ist vorhanden. Aus diesen Gründen haben wir uns für Schorndorf und nicht für Winnenden entschieden“, so Landrat Dr. Richard Sigel im Pressegespräch.

Wer die Station betritt, muss sich zunächst anmelden. Im Wartezimmer stehen wenige Stühle weit voneinander entfernt und alles ist selbstverständlich desinfiziert. In zwei Behandlungsräumen können die Verdachtsfälle behandelt werden.

Jeweils zwei Ärzte sind im Zweischichtbetrieb ab sofort vor Ort. Von 8 bis 19 Uhr ist das Testzentrum geöffnet. „Es bringt aber nichts unangemeldet vor der Tür zu stehen“, betont der Geschäftsführer der Rems-Murr-Klinik Schorndorf, Dr. Marc Nickel. Nur mit Voranmeldung und nur nach Erstkontaktaufnahme mit dem eigenen Hausarzt oder dem Gesundheitsamt werden Patienten behandelt. „Sollte ein verdächtiger Patient mit Voranmeldung zu uns kommen, machen wir einen Rachenabstrich und schicken den Patienten wieder nach Hause. Nach ca. 24 Stunden ist das Laborergebnis da und wir können bei Bedarf die nächsten Schritte einleiten“, erläutert Ärztin Dr. Angela Rothermel. Erste besorgte Bürgerinnen und Bürger standen bereits vor der Tür. „Die mussten wir aber wieder wegschicken“, so die Ärztin. „Wenn wir einmal damit anfangen würden jemanden unangemeldet reinzulassen, hätten wir lange Warteschlangen vor der Tür und unser System würde kollabieren.“

Unterstützung gefordert

Das nötige Arbeitsmaterial, wie Mundschutz, Schutzkleidung, Desinfektionsmittel sowie Stäbchen für den Rachenabstrich, ist in der Rems-Murr-Klinik Schorndorf vorhanden, „wir sind aber dringend auf die Unterstützung des Sozialministeriums angewiesen“, sagte Landrat Dr. Richard Sigel. Die Materialbeschaffung für im Ernstfall 430.000 Einwohnerinnern und Einwohner, die im Rems-Murr-Kreis leben, kostet Geld. Außerdem werden aktuell Ärzte aus dem regulären Betrieb abgezogen, damit das Testzentrum betreut werden kann.

Kein Grund zur Panik

Noch gibt es keine Massenepidemie im Rems-Murr-Kreis und es bestehe auch kein Grund zur Panik, so Dr. Marc Nickel. „Die Viruserkrankung ist allerdings noch unbekannt, deshalb gilt es das Virus ernst zu nehmen.“ Die Vertreter der Geschäftsführung, des Landkreises und auch der Stadt Schorndorf bedankten sich abschließend bei allen Ärzten sowie den Pflegekräften für ihren Einsatz und die Flexibilität aufgrund der aktuellen Situation.