News

Entwürfe für Markthalle gekürt


Investoren, Teile der Jury und Architekt (mitte).

Der alte Güterbahnhof an der Rosenstraße macht optisch derzeit alles andere als einen schmucken Eindruck. Lange wurde überlegt, wie der trostlose Ort wieder zum Leben erweckt werden kann. 2018 kam dann der Investor und Kinobetreiber Heinz Lochmann mit der Idee auf die Stadt zu, auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs eine Nutzungsmischung aus „Markthalle“ mit Lebensmittelverkauf, mit gegebenenfalls Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleistungen, Büros und Wohnungen entstehen zu lassen. Der Gemeinderat stimmte zu und das Gelände wurde Ende 2018 an den Investor verkauft.

Jury einberufen

Bedingung des Verkaufs war, mehrere Architekturbüros mit der Erarbeitung von Lösungsansätzen zu beauftragen, damit diese nach städtebaulichen, gestalterischen und funktionalen Kriterien in einem anonymisierten Verfahren verglichen werden können. So sollten für den Bauherren Heinz Lochmann, der in seinem Leben schon mehr als 50 Kinos vor der Schließung gerettet hat, wie auch für die Stadt, die besten Entwürfe ermittelt werden. Konkret lauteten die beiden Arbeitsaufträge, ob und wie ein Teil des Areals erhalten bleiben kann und wie das Gelände aussehen würde, wenn der alte Güterbahnhof komplett abgerissen und ein Neubau entstehen würde.

Betreut wurde das Verfahren von dem Stadtentwicklungsbüro schreiberplan aus Stuttgart, das dem Investor empfohlen hatte auch einen Landschaftsarchitekten und einen Verkehrsplaner als Berater mitzunehmen. Zusätzlich waren Oberbürgermeister Matthias Klopfer, einige Fachbereichsleiter sowie Gemeinderatsmitglieder aus den verschiedenen Fraktionen Teil der Jury, die sich vergangenen Freitag traf, um die fünf beziehungsweise zehn eingereichten Entwürfe (mit und ohne Abriss des Güterbahnhofs) zu begutachten und zu bewerten.

Favorit ausgewählt

So könnte die neue Markthalle aussehen. Modell von Architekt Felix Stammler.Relativ schnell kristallisierte sich ein Favorit heraus. Allerdings wurde erst nach dem einstimmigen Votum die Anonymität aufgehoben und der Sieger bekannt gegeben: Das Büro Stammler Architekten PartGmbB aus Schorndorf reichte den überzeugendsten Entwurf ein. „Die Idee, dass sich ausgehend vom Bestandsgebäude eine Arkade um das gesamte Ensemble herumwickelt, prägt den Entwurf positiv und schafft eine Adresse. Die Markthalle erhält so einen erkennbaren und besonderen Ausdruck - auch von Süden“, so das Protokoll der Jury zur Entwurfsvariante, die den Erhalt des alten Gebäudes vorsieht. Mit kleinen Abstrichen wurde auch die Variante „Abriss des Altbaus“ gelobt. Auf dem zweiten Rang schaffte es der Entwurf von Reichel Schlaier Architekten GmbH, Stuttgart.

„Ich freue mich sehr, dass wir alle einer Meinung waren und der beste Entwurf von den Stammler Architekten aus Schorndorf kommt“, sagt Oberbürgermeister Matthias Klopfer. Auch der Investor zeigte sich mit den eingereichten Entwürfen zufrieden. Für ihn war es absolutes Neuland einen Architektur-Wettbewerb auszurichten. „Mir war wichtig, dass wir mit der Markthalle einen Schritt voraus sind. Innovativ ud zukunftsorientiert. Der Entwurf mag einigen vielleicht zum jetzigen Zeitpunkt nicht gefallen aber in ein paar Jahren werden alle sagen: Da haben wir in Schorndorf ganz vorne mitgespielt“, so Heinz Lochmann. Das Ergebnis der Jury ist für den Investor nun Grundlage, um mit den Architekten in Verhandlung zu treten. So kann das Projekt zügig Richtung Realisierung weiterentwickelt werden.

Die Entwürfe und Modelle sind bis Samstag zu den regulären Öffnungszeiten im Foyer des Rathauses ausgestellt.