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Kita Purzelbaum ab Mai wieder bezugsfertig


Der Wasserschaden im Sanitärbereich. Teile der Wand mussten entfernt werden.

Schlimmer hätte es eigentlich nicht kommen können. Voller Vorfreude blickten Kinder, Eltern, Erzieherinnen und Erzieher dem Start des Bewegungskindergartens Purzelbaum Anfang des Jahres entgegen. Doch dann kam alles anders. Während die U3-Gruppen (Unter 3-Jährigen) planmäßig im Obergeschoss ihre Räume beziehen konnten, entdeckte die Bauleitung am 2. Januar bei einer Routineuntersuchung im Erdgeschoss einen Wasserschaden im Sanitärbereich der Ü3-Gruppe (Über 3-Jährige). Kurze Zeit später kam noch eine weitere feuchte Stelle im Küchenbereich dazu. „Das war wirklich kein guter Start ins neue Jahr, für alle Beteiligten und Betroffenen“, so Bürgermeister Thorsten Englert. Die Gruppen mussten kurzerhand wieder zurück in den Sonnenbogen ziehen und in der Kindertagesstätte Purzelbaum wurde nach dem Leck gesucht.

Große Schäden in Bad und Küche

Der Wasserschaden im Küchenbereich. Die Kühlung befindet sich im hinteren Teil.Im Bad war die Ursache schnell gefunden. Durch ein undichtes Eckventil tropfte vermutlich schon seit einigen Wochen Wasser in die Wand und breitete sich unbemerkt aus. Fliesen, Teile der Wände und des Fußbodens mussten wieder abgetragen werden. In den vergangenen Tagen wurden die Räume trockengelegt. „Erst, wenn wir wirklich sicher sind, dass alle Schäden am Boden und an der Wand behoben sind, können wir mit der Sanierung beginnen“, berichtet Thorsten Englert am Dienstagabend im Technischen Ausschuss und sagt deutlich: „das dauert.“

Der zweite Schaden im Küchenbereich, der zunächst als kleinerer der beiden eingestuft wurde, entwickelte sich zum größeren Problem. Bei Bohrungen fand man heraus, dass sich gleich an mehreren Stellen in der Küche und im Essbereich Wasser angesammelt hatte. Auch hier wurden die Verursacher bald gefunden. Von der Küchenspüle war ein Schlauch abgeplatzt, außerdem stellte ein Sachverständiger fest, dass die Abdichtung an der Wand zu dünn aufgetragen wurde, was zur Feuchtigkeit an der Wand führte. „Wir mussten die ganze Küche zurückbauen und müssen auch hier alles trockenlegen.“ Auch das werde die Fertigstellung des Purzelbaums um mehrere Monate zurückwerfen.

Wiedereinzug der Gruppen im Mai

Geplant ist nun, dass die drei Gruppen im Mai wieder in die neuen Räumlichkeiten einziehen können. Allerdings zunächst nur in einen Teil des Erdgeschosses. Der Sanitärbereich soll bis dahin wieder hergerichtet sein. Die Spielzimmer, die von den Wasserschäden ohnehin nicht betroffen waren, sind einsatzbereit und auch auf einen Mehrzweckraum im Obergeschoss könnte übergangsweise zurückgegriffen werden. „Wir müssen sicherlich ein wenig improvisieren, aber ich bin mir sicher, dass das für alle Beteiligten ein guter Kompromiss ist“, sagt Thorsten Englert.

Schadenshöhe und Verursacher

Die Verzögerungen im Betriebsablauf sind nicht nur für die Eltern und Erzieher belastend, sie kosten auch richtig Geld. Der Wasserschaden im Sanitärbereich beläuft sich auf mehr als 40.000 Euro. Die Stadt Schorndorf muss sich hieran aber nicht beteiligen, das übernimmt die Versicherung des Schadensverursachers.

Der Schaden im Küchenbereich kann derzeit doch nicht abgeschätzt werden. Auch wer hier der konkrete Verursacher war, ist noch unklar.

Auch wenn die Stadt Schorndorf in dem Fall keine Schuld trifft, rechnet Bürgermeister Thorsten Englert dennoch mit einigen Mehrkosten. „Die Übergangslösung im Sonnenbogen und der zeitliche Mehraufwand meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bleiben vermutlich an uns hängen.“ Am Wichtigsten sei aber, dass in den betroffenen Gruppen jetzt erstmal wieder Normalität einkehre und alle wieder ein wenig zur Ruhe kommen.

Sonnenbogen ist Übergangslösung

Oberbürgermeister Matthias Klopfer bedankt sich noch einmal bei den Eltern, die überwiegend verständnisvoll reagieren. Die Stadt werde zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO), dem Träger der Kindertagsstätte, alles Tun, damit die Kleinen so wenig wie möglich von der Situation mitbekommen. Strom und Wasser wurden im Sonnenbogen kurzerhand wieder angeschlossen, Spielgeräte und Küchenutensilien rübergetragen, damit der reguläre Betrieb schnellstmöglich wieder aufgenommen werden konnte.

Einziger Wehrmutstropfen: Die Bäume, die auf dem Gelände stehen, müssen bis Ende Februar gefällt werden. Grund ist, dass im Mai ein neuer Baukörper entsteht. „Die Baumfällarbeiten auf dem Gelände der Kindertagesstätte Sonnenbogen wurden auf den spätmöglichsten Zeitpunkt verschoben. Von Anfang Oktober bis Ende Februar müssen, so ist die gesetzliche Regelung, alle Baumfällarbeiten getätigt werden. Die Stadt Schorndorf hat hier also keine rechtliche Handhabe. Es kommt ein Neubau mit zahlreichen Mietwohnungen und einem Kindergarten im Erdgeschoss. Ich denke es ist in niemandes Interesse, dass auch diese Einrichtung mit Verzögerung eröffnet wird “, so Thorsten Englert. Die Baumfällarbeiten finden an zwei Samstagen statt, sodass die Kinder hier zu keiner Zeit gefährdet sind.