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Schülerinnen und Schüler entwickeln Traumkommune


Schülerinnen und Schüler im Gespräch mit Oberbürgermeister Matthias Klopfer.

„Das ist mein Lieblingstermin diese Woche“, mit diesen Worten begrüßte Oberbürgermeister Matthias Klopfer die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8a des Max-Planck-Gymnasiums (MPG) im Großen Sitzungssaal des Rathauses. Die Jugendlichen nahmen an den Politischen Tagen der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) teil. Unter dem Motto „Schule trifft Rathaus“ lernen die Schülerinnen und Schüler dabei, dass kommunalpolitische Entscheidungen unmittelbare Auswirkungen auf unser Alltagsleben haben. Beim Aktionstag sollen den Jugendlichen Wege aufgezeigt werden, um ihre Gemeinde mitzugestalten. Am Vormittag werden dabei Ideen gesammelt, die im Anschluss dem (Ober-)Bürgermeister präsentiert und mit ihm diskutiert werden.

34 solcher Veranstaltungen finden in 28 Kommunen in Nordwürttemberg dieses Jahr statt. Die Schülerinnen und Schüler des MPG waren dabei laut Nico Oesterwind, freiem Mitarbeiter der LpB, sehr diszipliniert und interessiert.
Vier Themenschwerpunkte hatten die Schülerinnen und Schüler vorbereitet, die am Mittag mit Oberbürgermeister Matthias Klopfer diskutiert wurden.

Zwei Schülerinnen stellten das Thema Autofreie Innenstadt vor und machten deutlich, was sie sich von der Stadt erhoffen: weniger Autos, dafür mehr Radwege in der Innenstadt. Dem stimmte der Oberbürgermeister ausnahmslos zu, musste aber darauf verweisen, dass er das nicht allein entscheiden könne. Hier muss ein schwieriger Kompromiss im Gemeinderat und zwischen unterschiedlichen Ansichten gefunden werden. Am Beispiel Unterer Marktplatz hat sich gezeigt, dass eine komplett autofreie Zone wie während der Remstal Gartenschau aktuell keine Mehrheit findet.

Auch beim nächsten Thema waren sich die Jugendlichen und der Oberbürgermeister grundsätzlich einig. Viele Grünflächen sind nicht nur gut für das Klima und für Tiere, sondern auch für die Menschen in der Stadt. Allerdings gab Matthias Klopfer zu bedenken, dass in der Zukunft Räume für Grünflächen und für Wohnen immer wieder miteinander abgewogen werden müssten.

Das Thema Sicherheit, insbesondere rund um den Bahnhof, wurde als nächstes von zwei Schülerinnen angesprochen. Sie wünschen sich mehr Polizeipräsenz und ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Hier betonte der Oberbürgermeister, dass der Handlungsspielraum der Kommune gering sei. Man habe keinen Zugriff auf Landes- oder Bundespolizei und auch beim Thema Alkoholverbot hat die Landesregierung der Stadt einen Riegel vorgeschoben. Er bedauere dies, und versprach, dass die Stadtverwaltung tut, was sie kann, z.B. sorge sie für helle, saubere Unterführungen.

Beim vierten Thema - mehr Freizeitaktivitäten für Jugendliche - gingen die Meinungen auseinander, ob genügend in der Stadt geboten sei. Den Wunsch nach mehr Informationen zu den vorhandenen Angeboten - zum Beispiel mit Hilfe einer Tafel -nahm der Oberbürgermeister aber mit.

Neben den Zukunftsthemen hatten die Schülerinnen und Schüler einige persönlichere Fragen vorbereitet. Diese zog Matthias Klopfer „blind“ aus einem Beutel und musste direkt bei der ersten schmunzeln. Wie es sich angefühlt habe, nicht VfB-Präsident geworden zu sein, wollten die Jugendlichen von ihm wissen. „Ein Lebenstraum“ wäre es für ihn gewesen, aber es hätte von beiden Seiten im Bewerbungsverfahren nicht gepasst.

Die Frage, was er geworden wäre, wenn er nicht Oberbürgermeister in Schorndorf wäre, konnte Matthias Klopfer leicht beantworten: Lehrer vielleicht, weiterhin tätig im Landtag von Baden-Württemberg oder auch Bürgermeister in einer anderen Stadt. Denn, so betonte er, „es gibt keinen schöneren Job als Oberbürgermeister“.
Ob er im Sommer 2022 nochmals antreten wird, wollte er den Schülerinnen und Schülern hingegen noch nicht beantworten, weil es dafür noch zu früh sei. Aktuell freue er sich aber noch jeden Tag, wenn er morgens ins Rathaus komme.

Auch die Schülerinnen und Schüler der 8a fanden diesen Tag im Rathaus gut. Insgesamt zeigten sie sich auch zufrieden mit den Antworten des Oberbürgermeisters wie sich anhand der gestreckten grünen Smiley-Karten zeigte. Und sicherlich werden sich einige von ihnen nach diesem „Politischen Tag“ die Worte von Matthias Klopfer zu Herzen nehmen: „Beteiligt euch, seid aktiv, mischt euch ein!“

Auch nächste Woche wird eine weitere Schulklasse beim Aktionstag zu Gast im Rathaus sein.