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Demenznetzwerk gegründet


Zahlreiche Zuhörer erschienen zur Gründung des Demenznetzwerkes.

In Deutschland leben gegenwärtig rund 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Für 2050 wird eine Verdopplung dieser Zahlen prognostiziert. Jahr für Jahr treten mehr als 300.000 Neuerkrankungen in Deutschland auf. Angesichts solch einer Prognose und der zunehmenden Bedeutung des Themas hat sich am vergangenen Montag das Demenznetzwerk Schorndorf gegründet.

Ziel dieses Netzwerk sei es, erklärte Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich, Außenstehende für die Krankheit zu sensibiliseren, Erkrankten und Angehörigen Hilfe anzubieten, bestehende Angebote zu bündeln und dem Thema sein Tabu zu nehmen. „Wir wissen, was für eine Herausforderung auf uns zukommt“, versicherte Oberbürgermeister Matthias Klopfer bei seinem Grußwort den zahlreich erschienenen Zuhörern im Sitzungssaal des Rathauses am Marktplatz am Montag. „Aber wie gehen wir damit um?“ Es sei ein schwieriges Thema, sagte er. Doch mit Blick auf die Anwesenden: „Ich bin dankbar, dass es so viele Profis in unserer Stadt gibt, die sich engagieren.“

Im Anschluss an Oberbürgermeister Klopfer hielt Mathias Hahn, Leiter der Geriatrie im Klinikum Schorndorf, einen Vortrag über Demenz. Darin erklärte er die Ursachen der Krankheit, nannte vorbeugende Maßnahmen und gab Tipps zum Umgang mit der Krankheit und Erkrankten. Über die Veranstaltung sagte er: „Das ist erst der Anfang. Unser Ziel ist es, die Lebensqualität von Demenzkranken zu verbessern.“

Das Demenznetzwerk Schorndorf ist ein freiwilliger, auf Dauer angelegter Zusammenschluss. Bislang haben sich 36 Partner gefunden und den Kooperationsvertrag mit dem Netzwerk unterschrieben - Tendenz steigend. Darunter befinden sich Unternehmer, Gemeinderatsfraktionen, Ärzte, Pflegeheime und Privatpersonen. „Wir freuen uns über jeden, der sich engagieren möchte“, erklärte Beate Härer, Leiterin des Projekts. „Wir haben viel vor.“ Und so steht auch schon einen Monat nach der Netzwerksgründung eine ganze Woche für Demenzerkrankte und deren Angehörige an.

Demenzwoche

Von Samstag, 29. Februar, bis Sonntag, 8. März, findet in Schorndorf eine Veranstaltungsreihe, die ganz auf Demenzkranke ausgelegt ist, statt. Die Demenzwoche soll es Erkrankten ermöglichen, mit ihren Angehörigen Zeit in der Öffentlichkeit zu verbringen, ohne aufzufallen. Dadurch soll ihnen die Angst genommen werden, das Haus zu verlassen.Das genaue Programm folgt in einer späteren Ausgabe.