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Schorndorf startet Mobilitätsprojekt


Projektleiterin Diana Gallego Carrera (Mitte) erntet Applaus von Bürgermeister Thorsten Englert (links) und den Partnern für das innovative Projekt.

Schorndorf, die Daimlerstadt, gilt als Wiege der Mobilität. Es ist daher nicht verwunderlich, dass nun auch hier die Mobilitäskonzepte weiterentwickelt werden. Seit dem 1. Januar 2020 läuft in Schorndorf ein Pilotprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgeschrieben und gefördert wird: „Mikromobilität - nachhaltige Mobilitätslösungen für die Stadt von morgen“, so lautet der genaue Titel des Projekts. Deutschlandweit wird zum ersten Mal erforscht, welches Potenzial in der Mikromobiliät in mittelgroßen Städten wie Schorndorf steckt. Untersucht werden soll der Bedarf der Bürgerinnen und Bürger an Fahrzeugen mit Elektroantrieb, die zwischen 6 und 20 km/h fahren und gemeinschaftlich genutzt werden können.

Starke Partner unterstützen das Projekt

Die Frage, die sich die Projektgruppe hierbei unter anderem stellt, lautet: Haben die Bürgerinnen und Bürger überhaupt Bedarf an e-Scootern, Verleihrädern, Pedelecs und weiteren Mikromobilen und wenn ja, an welchen Orten und in welchem Umfang? Interessierte sollen bereits in diese erste Phase des Projekts eingebunden werden, denn die Bedürfnisse der Schorndorferinnen und Schorndorfer stehen im Mittelpunkt. „Wir sind stolz, dass wir vom Bundesministerium den Zuschlag erhalten haben und dankbar, dass wir so starke Partner an unserer Seite haben“, sagt Bürgermeister Thorsten Englert beim Pressegespräch. Unterstützung erhält die Stadtverwaltung vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, der „e-mobil BW“ GmbH, der Gruppe Verkehr der Lokalen Agenda, der SG Schorndorf, dem VVS sowie dem Fahrzeughersteller Yorks – FELE GmbH & Co. KG. Gemeinsam suchen sie nach Lösungen für das erhöhte Verkehrsaufkommen und den damit einhergehenden ökologischen, ökonomischen und sozialen negativen Folgen, die in allen mittelgroßen Städten spürbar sind.

Viel Erfahrung beim Thema Mobilität

„Unser Ziel ist es, langfristig den Individualverkehr in der Stadt zu minimieren. Das geht nur, wenn wir ansprechende alternative Angebote liefern für die berühmte letzte Meile zwischen Bahn oder Bus und dem gewünschten Ziel“, so Projektleiterin Diana Gallego Carrera. Einiges wurde dafür in den vergangenen Jahren schon getan. Neben einem vergünstigten ÖPNV-Stadtticket ist auch die Taktung der Busse erhöht worden. Außerdem hat die Stadt 2018 bereits Erfahrung mit einem wissenschaftlichen Projekt im Bereich Mobilität sammeln können. Im Reallabor Schorndorf haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Leitung des DLR gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern ein flexibles und bedarfsgerechtes Bussystem entwickelt und in der Praxis getestet. „Diese Erfahrung hat sich sicherlich auch positiv auf die Bewerbung beim Bundesministerium ausgewirkt“, betont Thorsten Englert.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger gesucht

Für die systematische Untersuchung der nachhaltigen Mobilitätslösungen wird das Projektteam in den kommenden Wochen und Monaten viel recherchieren, sich mit anderen Kommunen austauschen und zahlreiche Gespräche mit interessierten Schorndorferinnen und Schorndorfern führen. Ende des Jahres, so ist das erklärte Ziel, soll ein Gesamtkonzept mit konkreten Schwerpunkten stehen. Mit diesem bewirbt sich die Stadt Schorndorf für die Förderung der Projektphase 2 (reale Erprobung des Konzeptes) erneut beim Bundesministerium. Sollte es hier nicht mit einem zweiten Zuschlag klappen, hat die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart bereits Unterstützung signalisiert. „Wir werden einen Fördertopf zur Anschubfinanzierung finden“, so Dr. Rolf Reiner.

Auftaktveranstaltung am 31. Januar

Am Freitag, 31. Januar, findet von 16 - 17.30 Uhr eine Auftaktveranstaltung im Großen Sitzungssaal im Rathaus, Marktplatz 1, statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Am 22. März folgt eine Veranstaltung „Rund ums Rad“ am Karlsplatz.