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„Mit Zuversicht und Respekt gemeinsam ins neue Jahrzehnt“


Rund 900 Besucherinnen und Besucher kamen zum Neujahrsempfang.

Voll belegt war die Barbara-Künkelin-Halle am vergangenen Freitag. Bundestagsabgeordnete, Kreistags- und Gemeinderäte, Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Sport sowie zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen zum Neujahrsempfang nach Schorndorf und wurden von Oberbürgermeister Matthias Klopfer und seiner Frau Anni Betz persönlich begrüßt.

Rückblick auf die Remstal Gartenschau 2019

OB Klopfer bei seiner Neujahrsrede.Los ging die Veranstaltung mit einem Rückblick auf die Remstal Gartenschau 2019 und einem emotionalen Video zu den Höhepunkten der Gartenschau in Schorndorf. OB Klopfer bedankte sich noch einmal bei seinem Team für den unermüdlichen Einsatz während der Gartenschau. „Tausende Überstunden wurden anstandslos, aus eigener Motivation, vom Team der Stadtverwaltung, den Zentralen Diensten und den Stadtwerken geleistet. Urlaub wurde ins neue Jahr verlegt. Sie können als Bürgerinnen und Bürger stolz auf Ihre gesamte Stadtverwaltung mit mehr als 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sein! Und ich bin auch selbst stolz, Teil des Teams sein zu dürfen“, sagte Klopfer. Ein ebenso großer Dank galt den Zentralen Diensten, den vielen hundert Ehrenamtlichen, den Vereinen, den Kirchen, dem Gemeinderat, den ausgeschiedenen Stadträtinnen und Stadträten, der Polizei und der Feuerwehr sowie dem Deutschen Roten Kreuz. Man wolle diesen Mut, wie bei der Gartenschau groß zu denken, mitnehmen ins neue Jahrzehnt.

Gesundheitsstandort

So zum Beispiel auch, wenn es um den Erhalt der Klinik und des Gesundheitsstandortes Schorndorf geht. Im Jahresschnitt lag die Auslastung der 300 Betten bei mehr als 90 Prozent, teilweise sogar 100 Prozent. Ein deutlicher Zuwachs konnte bei den Geburten verzeichnet werden. 700 Kinder kamen im vergangenen Jahr in der Schorndorfer Klinik auf die Welt. Und das Wirbelsäulenzentrum ist als „Europäisches Centre of Excellence“ zertifiziert. Man wolle hier auch weiterhin im Schulterschluss mit den Rems-Murr-Kliniken in Winnenden arbeiten, sagte Klopfer. Für die Erhaltung des Standortes „werden wir die Zukunft des Krankenhauses bei uns wie auch in der Vergangenheit zur Chefsache machen. Kurze Kommunikationswege, schnelle Entscheidungen, konstruktive Begleitung des Prozesses, Unterstützung bei Themen wie Kinderbetreuungsplätzen oder Mitarbeiterwohnungen.“ Des Weiteren werden angesichts der älter werdenden Bevölkerung auch die Bereiche Pflegeeinrichtungen und die ambulante ärztliche Versorgung Top-Themen für das Jahr 2020 und für das gesamte neue Jahrzehnt sein.

Bauen und Wohnen in Schorndorf

Schorndorf wächst nicht nur im Altersdurchschnitt, sondern auch an Einwohnern. Seit 1990 von 37.000 auf heute 40.000 Einwohner. Gleichzeitig wächst die Zahl der Singlehaushalte. Und der durchschnittliche Flächenbedarf pro Einwohner steigt immer weiter. Logische Folge: Bauen wird immer teurer. Deswegen setzt die Stadt zunehmend auf sozialen Wohnbau. Alleine auf dem Gelände des Breuninger- und des Pfleiderer-Areals entstehen bis 2024 insgesamt 350 Wohnungen. Davon 85 preiswerte Wohnungen nach dem Schorndorfer Modell zur Förderung des preiswerten Bauens. Die Stadtbau geht beispielhaft diesen Weg mit und wird bis 2030 ihren Wohnungsbestand von 400 auf 1.000 eigene, preiswerte Mietwohnungen ausbauen. „Aber ohne die Zusammenarbeit aller Beteiligten wird es nicht gehen“, macht Klopfer deutlich. Und vor allem nicht ohne neue, innerörtliche Bauflächen. Das bleibe zwar auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruhen. „Aber ich will auch in aller Deutlichkeit sagen: Eigentum verpflichtet. Und wer aktuell Wohnungen oder Häuser leer stehen lässt, handelt gegen die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft und sägt damit am Fundament unserer Demokratie.“

Mobilität

Ob in Neubauten, am Bahnhof oder bei der Planung der innerstädtischen Parkplätze - das Thema Elektromobilität geht auch an Schorndorf nicht vorbei. Die Politik ist sich mit den Herstellern einig, dass das neue Jahrzehnt das Jahrzehnt der Elektromobilität sein soll und sein wird. Und alle Experten sind sich auch einig, dass im Jahr 2020 Elektroautos in großer Stückzahl auf den deutschen Markt kommen werden. Glasfaser, Schnellladestationen, grüner Strom - all das müsse auch in Schorndorf konsequent vorangetrieben werden, sagt Klopfer. „Klar ist für mich aber auch: Die Elektromobilität ist für uns nur ein Baustein der Verkehrswende. Mindestens genauso wichtig sind deshalb die Verbesserung der Fußwege und Radwege und der Ausbau des ÖPNV.“

Zukunft aktiv gestalten

Die Bewältigung des Klimawandels sei ohne Innovationen der Industrie und ohne politische Rahmenbedingungen, nicht zu stemmen. „Dazu gehören auch klare Vorgaben zum Ausbau der 5G-Technologie.“ Hinzu kommen klare Strategien für die Zukunft unserer Wälder, Leitbilder für unser gemeinsames Zusammenleben. „Ich lade Sie alle herzlich ein, sich aktiv an der Zukunftsdiskussion in unserer Stadt zu beteiligen. Bringen Sie Ihre Erfahrungen, Ihre Gedanken, Ihr Engagement ein. Nur gemeinsam werden wir erfolgreich die Zukunft gestalten können.“

Vorbildliches Miteinander

Renate Gässler und Hans Fürst – ein Team.Gleich vier Ehrengäste zeichnete Oberbürgermeister Matthias Klopfer im Anschluss an seine Rede für ihr vorbildliches Verhalten und Engagement aus. Renate Gässler und Hans Fürst waren gemeinsam zehn Jahre lang das Bewirtungsteam und die gute Seele der Karl-Wahl-Begegnungsstätte (AWO). Regelmäßig waren die beiden montags, mittwochs, donnerstags und freitags für die AWO im Einsatz. Sie versorgten die Gäste mit Kaffee und Kuchen, brachten den Skatbrüdern ihr Bier, veranstalteten sonntags immer mal wieder einen Brunch und donnerstags kochte Renate Gässler. Sie war im Service, er hat kassiert und im Hintergrund gearbeitet. „In der Karl-Wahl-Begegnungsstätte waren sie ein unschlagbares Team“, lobte Klopfer die beiden und überreichte ihnen gemeinsam die Daimlermedaille.

Menschen aus Feuer gerettet

Christian Meyer rettete vier Menschen.Christian Meyer rettete am 16. April 2019 vier Menschen das Leben. Als im „Löwenkeller“ in der Göppinger Straße in Schorndorf ein Brand ausbrach, zögerte Meyer nicht lange. Er befreite nicht nur drei Männer aus einem Kellerschacht und half der Feuerwehr, eine körperlich eingeschränkte Person zu bergen. Er suchte auch im brennenden Untergeschoss nach weiteren eingeschlossenen Personen. Laut der Polizei hätten alle Eingeschlossenen vermutlich eine schwere Rauchgasvergiftung erlitten, hätte Herr Meyer nicht so geistesgegenwärtig reagiert. Dann wäre es vermutlich nicht mehr möglich gewesen, diese vier Personen zu retten. „Durch sein mutiges und beherztes Eingreifen, verhinderte er eine Tragödie“, so Klopfer. Der Helfer selbst zog sich eine Rauchgasvergiftung zu und musste für mehrere Tage im Kreiskrankenhaus Schorndorf behandelt werden. Für seinen Mut und seine Zivilcourage bekam Christian Meyer von Oberbürgermeister Klopfer ebenfalls die Daimlermedaille überreicht.

Engagement im DAV

Werner Graß freute sich sichtlich.Für sein jahrzehntelanges Engagement beim Deutschen Alpenverein Sektion Schorndorf erhielt Werner Graß beim Neujahrsempfang die Städtische Verdienstmedaille in Silber. Seit 1982 ist er Vereinsmitglied, war von 1998 bis 2007 zweiter und von 2007 bis 2019 erster Vorsitzender der DAV Sektion Schorndorf. Er engagierte sich auch als Hüttenverwalter und Hüttenwart, war von 1993 bis 1994 stellvertretender und von 1994 bis 1998 hauptverantwortlicher Hüttenverwalter der Alpenrosenhütte. Darüber hinaus ist Werner Graß seit mehr als einem Jahrzehnt Hüttenwart der Schorndorfer Hütte auf dem Kalten Feld. Unter seiner Regie wurde die Alpenrosenhütte neu gebaut und der Neubau der DAV-Geschäftsstelle mit einer Kletterhalle im Sportpark Rems vorbereitet.