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Fragestunde zur Schulsituation


Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann besuchte die Gottlieb-Daimler-Realschule.

Am vergangenen Donnerstag besuchte Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann die Gottlieb-Daimler-Realschule. In Anwesenheit von Oberbürgermeister Matthias Klopfer, Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich und Bürgermeister Thorsten Englert beantwortete sie Fragen von Elternvertretern und Lehrern des Max-Planck-Gymnasiums und der GDRS.

Unter anderem ging es um die vielen offenen Schulleiterstellen im Land. Um diese zu besetzen, soll die Rektorenposition attraktiver gemacht werden. Dafür soll es nun ab bestimmten Schulgrößen zusätzliche Konrektoren als Unterstützung bei Verwaltungstätigkeiten sowie mehr Gehalt geben.
Im Land fehlt es aber auch an Grundschul- und Naturwissenschaftslehrern. Ein Übermaß gibt es hingegen an Germanisten und Gymnasiallehrern. Um dieses Ungleichgewicht auszubalancieren, wurde ein neues Programm ins Leben gerufen. Lehrern wurde dabei angeboten, für eine Zeit an einer Grundschule zu unterrichten. Dafür bekommen sie extra eine Fortbildung. Haben sie diese Zeit absolviert, werden sie verbeamtet. „Fast der Hälfte der Lehrer gefällt es jedoch so gut, dass sie gar nicht mehr wechseln wollen“, erzählt Eisenmann freudig. „Der Rest geht in den Gymnasialbereich.“ Das Programm ist als Puffer gedacht, bis die neuen Lehrkräfte, die gerade ausgebildet werden, nachkommen. Auf den Vorschlag, Quereinsteiger einzustellen, reagierte die Kultusministerin jedoch skeptisch. „Das hat sich in anderen Bundesländern als problematisch erwiesen. Wir brauchen gut ausgebildete Lehrkräfte.“

Auf den Rechtschreibrahmen folgt der Grammatikrahmen. Auf die Frage, ob sich die Grammatiklehre verschlechtert habe, sagte Susanne Eisenmann: „Bei dem einen Lehrer lernen die Kinder so schnell, bei dem anderen so schnell. Wir müssen den Spielraum verkleinern.“ Damit die Schüler gleich schnell und gleich gut die Grammatikregeln lernen, soll nun definiert werden, was die Heranwachsenden können müssen.

Eine Elternvertreterin forderte ein Umdenken in der Gesellschaft. Für viele Eltern sei das Gymnasium die einzige Option für ihr Kind. Andere Schularten und deren Schüler würden herablassend behandelt und als minderwertig angesehen. Susanne Eisenmann stimmte der Mutter zu und sah Lehrer als auch Eltern in der Verantwortung. Lehrer müssten besser über die Möglichkeiten informieren und Eltern bereit sein, umzudenken. Neben dem akademischen Weg gebe es auch noch die berufliche Ausbildung.

Weitere Themen waren der Hauptschulabschluss an der Realschule, die juristische Fortbildung von Rektoren und die Überlastung der Lehrkräfte. Nach fast zwei Stunden war dann jedoch Schluss. Und am Ende schienen die Beteiligten zufrieden mit dem Austausch zu sein. Wer weiß, was diese Diskussion womöglich angestoßen hat. Die Zeit wird es zeigen.