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Aus Lebenstraum wird Lebensraum


„Ein traumhafter Tag für ein Richtfest“ war das am vergangenen Mittwoch, wie Oberbürgermeister Matthias Klopfer richtig anmerkte. Rund 300 Gäste kamen in der Robert-Bosch-Straße zusammen, um dem Richtspruch für das neue Stadtwerke-Gebäude zu hören. „Schon beim Spatenstich im Februar hatten wir strahlenden Sonnenschein“, freute sich Klopfer.

Der traditionelle Richtspruch durfte natürlich nicht fehlen.

Noch bis Dezember 2020 soll gebaut werden, dann, so der Plan, werden die Stadtwerke, die Zentralen Dienste, der Eigenbetrieb Stadtentwässerung und die städtischen Fachbereiche Stadtentwicklung und Baurecht, Gebäudemanagement sowie Infrastruktur dort Platz finden. Neben dem nun errichteten Verwaltungsgebäude II werden noch eine Lagerhalle, Fahrzeughallen, eine Siloanlage mit Salz und Sand für den Winterdienst sowie das Verwaltungsgebäude I Platz auf dem Areal finden.

Austausch und Begegnung

Oberbürgermeister Matthias Klopfer.Austausch und Begegnung wünschen und erhoffen sich sowohl Oberbürgermeister Klopfer, als auch Stadtwerkechef Andreas Seufer vom neuen Standort. Und dafür wurde vorgesorgt. In den beiden, zusammen rund 6.000 Quadratemeter großen Verwaltungsgebäuden wird neben Großraumbüros auf Lounges, eine Loggia und eine große gemeinsame Kantine gesetzt. Sogenannte „Thinktanks“, also Denkräume, in den Bürobereichen dienen als Rückzugs- und Ruhebereiche. Um das Gelände auch optimal erreichen zu können, stehen neben rund 100 Parkplätzen auch zahlreiche abschließbare Fahrradstellplätze zur Verfügung. In Kürze wird rund 150 Meter vom Gebäude entfernt eine neue Bushaltestelle angelegt.

Hybridbauweise

Haas Fertigbau GmbH-Geschäftsführer Xaver Haas (m.) und sein Team.Xaver Haas, Geschäftsführer der bayrischen Haas Fertigbau GmbH, lobte in seiner Rede die Beachtung des Klimaschutzes. Mit einem Holzhybridbau und einem guten Mix aus Beton, Holz und Glas „rededs ihr net nur über Klimaschutz, ihr machts des au“. Am Abend vor dem Richtfest wurde noch die letzte Decke mit Beton gefüllt, erzählte er. Ingesamt wurden 14 LKW-Ladungen Holzbauelemente, 170 Kubikmeter Beton und 75 LKW-Ladungen Stahlbetonstützen verarbeitet.

Arbeitszeit ist Lebenszeit

Andreas Seufers Lebensraum geht in Erfüllung.Andreas Seufer hatte als Bauherr an diesem Tag besonders gute Laune. „Es ist kein Geheimnis, dass ich gerne baue. Und so ein großer Bau war immer mein Lebenstraum.“ Weiter verriet er, dass seine Frau oft wegen seiner dreckigen Schuhe schimpfe, denn er kann es einfach nicht lassen auf der Baustelle vorbeizuschauen. „Es ist spannend wie alles vorangeht.“ Zukünftig, so Seufer weiter, wird die komplette Infrastruktur der Stadt aus diesem Gebäude geplant und gesteuert. Und da Arbeitszeit mit Lebenszeit gleichzusetzten sei, werde versucht aus Lebensräumen, Lebensträume zu machen.

Durchdachte Versorgung

Im Anschluss an den offiziellen Teil des Richtfestes bestand die Möglichkeit, das erste Stockwerk, in dem zukünftig die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke Schorndorf Platz finden werden, zu besichtigen.
Hier wurden unter anderem die Vorteile der Hybridbauweise erklärt. „Während herkömmliche Betonwände verschalt werden müssen, werden die circa sechs Zentimeter starken Betonfertigteile einfach mit Beton aufgegossen. Dies ist wesentlich schneller“, erklärte Volker Springer, Projektleiter der Stadtbau Schorndorf.
Das Dachwasser wird in Zisternen gesammelt und von den Stadtgärtnern für die Bewässerung genutzt. Mit einer Photovoltaikanlage zur Stromgewinnung ist das Gebäude beinahme autark. Bei Temperaturen bis -5 Grad sorgt eine Wärmepumpe für angenehme Temperaturen im Gebäude. Gekühlt werden kann das Gebäude über die Fußbodenheizung. Eine Klimaanlage wird lediglich für das interne Rechenzentrum benötigt. Die Abwärme davon wird allerdings wiederum für die Meisterbüros in der Lagerhalle genutzt. Ein rundum durchdachtes System.

Hier entstehen bald Großraumbüros für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.