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„Wie sieht das Schorndorf der Zukunft aus?“


Viele Gäste beim 10. Unternehmerforum in der Orangerie im Schlosspark.

„Wie sieht das Schorndorf der Zukunft aus?“ - Diese spannende Frage lockte 250 Menschen zum 10. Unternehmerforum in die Orangerie im Stadtpark. Mit Prof. Dr. Werner Sobek war einer der weltweit führenden Köpfe im Bereich des nachhaltigen Bauens zu Gast. Hochkarätig war das Unternehmerforum von der musikalischen Begrüßung durch das Querflöten-Trio der Jugendmusikschule, das sich aus Jugend musiziert-Landespreisträgerinnen zusammensetzt, bis zum Referenten des Abends, Prof. Dr. Werner Sobek. Als „weltbekannt“ und „global tätig“ stellte Moderator Thomas Joussen den gebürtigen Aalener vor. Der wiederum freute sich im Remstal zu sein, zu dem seine Heimatstadt „quasi als verlängerter Arm gehört“. Sobek gilt als einer der wichtigsten Bauingenieure der Gegenwart, arbeitet mit seinen Büros zusammen mit Star-Architekten wie Norman Foster und Helmut Jahn, mit dem er zum Beispiel 2017 den Thyssenkrupp Testturm in Rottweil baute. Die Frage „Wie können und wollen wir in Zukunft wohnen, arbeiten und leben“ ist dabei leitend für sein Handeln.

Europäerinnen und Europäer

Werner Sobek begrüßte die Gäste als Europäerinnen und Europäer und betonte gleich zu Beginn, dass Emissionsströme nicht regional sind: „Die Welt ist globalisiert - im Guten wie im Schlechtem“. Mit deutlichen Worten zeigte Prof. Dr. Sobek auf, dass es höchste Zeit ist, umzudenken. Als Beispiel nannte er das Nettobevölkerungswachstum von 2,6 Menschen pro Sekunde. Dieses hat spürbare Konsequenzen für die Umwelt. Um für diese Menschen eine Heimat mit dem gleichen Standard, den wir genießen, zu schaffen, würde ein Baustoffbedarf von 1.300 Tonnen pro Sekunde entstehen. Dieser Rohstoffbedarf kann nicht gedeckt werden, erklärte Sobek den Anwesenden. Hier greift sein Leitspruch „Build more for less“, also (für) mehr (Menschen) mit weniger Material bauen. Dass dies möglich ist, zeigte er anhand verschiedener Projekte auf.

„Es geht alles, man muss es nur wollen.“

Professor Werner Sobek

So ist sein eigenes Wohnhaus das erste komplett recycelbare und wiegt nur 15% eines konventionell gebauten Gebäudes. Auch die Bühne, die er für den Abschlussgottesdienst der Deutschlandreise des Papstes 2011 in Freiburg gebaut hatte, war komplett recycelbar. Recyclebar heißt in diesem Fall, dass die Materialien sich entweder zersetzen oder wiederverwendet werden können. In seinem Vortrag sprach er weitere Themen wie Mobilität, Vernetzung von Gebäuden und Stadtplanung an. Immer wieder kam er dabei zu einem Ergebnis: Es braucht eine gesamtbürgerliche Diskussion dazu, was wir für die Zukunft ändern müssen. Dies ist unsere moralische Verantwortung. In der abschließenden Diskussion bekräftigte Oberbürgermeister Matthias Klopfer diese Aussage: Wir stehen vor einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe. Uns fehlt schlicht die Zeit, um uns in Kleindiskussionen zu verstricken. Er machte deutlich, dass der, der Zukunft gestalten will, auch in die Zukunft investieren muss. Schorndorf versucht bei „Stadt der Zukunft“ mitzudenken. Prof. Dr. Sobek betonte, dass dies auch für eine Stadt in der Größe Schorndorfs notwendig sei. Wäre er Oberbürgermeister, würde er Bewusstsein schaffen wollen und einen Diskurs mit den Bürgerinnen und Bürgern starten. Einen versöhnlichen Schlusspunkt setzte die Antwort Werner Sobeks auf die Frage von Thomas Joussen, was ihm Hoffnung für die Zukunft mache: „Meine Studenten“.