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Rundgang zum Erinnern und Gedenken


Stolperstein in der Neuen Straße.

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, heißt es im Talmud, einem der bedeutendsten Schriftwerke des Judentums. Damit die Namen der Opfer des NS-Regimes nicht vergessen werden, entwickelte der Künstler Gunter Demnig die „Stolpersteine“. Die Naturfreunde Schorndorf und das Stadtmuseum haben nun gemeinsam ein Faltblatt entwickelt, das zu einem Rundgang durch die Stadt und zu den Orten der zwölf Stolpersteine in Schorndorf einlädt.

Auf den quadratischen Messingsteinen stehen die Namen und Lebensdaten von deportierten und ermordeten Menschen. Demnig stellt sie her und in Zusammenarbeit mit Organisationen vor Ort werden sie vor den Häusern der Opfer verlegt. Die Steine rücken das Schicksal von Opfern des nationalsozialistischen Terrorregimes in den Kontext des Ortes, an dem sie gelebt hatten. Inzwischen liegen in circa 1.100 Orten Deutschlands und in 20 Ländern Europas Stolpersteine.

Auch die Naturfreunde-Bewegung war von Beginn der Machtübernahme der NSDAP an vom nationalsozialistischen Terror betroffen. Viele Mitglieder wurden verhaftet und in KZs ermordet. Deshalb wollten die Naturfreunde Schorndorf die Stolperstein-Aktion unterstützen. 2008 wurden die ersten Stolpersteine in Schorndorf verlegt. Zu den NS-Opfern gehörten mehrere Mitglieder der Schorndorfer Familie Guttenberger, die als Sinti nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden. Heinrich Talmon Groß wurde aus politischen Gründen verhaftet und in Dachau ermordet. Marie Anna Fetzer, Albert Kohler, Elsa Heinrich und Karl Hottmann wurden in Grafeneck Opfer der Aktion T4, bei der Kranke und Menschen mit Behinderungen ermordet wurden.

Näheres dazu können Interessierte in Heimatblätter, Jahrbuch für Schorndorf und Umgebung, Bd. 31 nachlesen. Das Faltblatt gibt es kostenfrei in den Schorndorfer Rathäusern und im Stadtmuseum Schorndorf am Kirchplatz.