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Doris Schäfer ist Schafferin des Jahres


Jürgen Linsenmaier, Doris Schäfer und Gabriele Koch bei der Preisverleihung.

Seit mehr als 50 Jahre ist Doris Schäfer in der Innenstadt und im Einzelhandel aktiv. Für ihre jahrzehntelange Leistung als Unternehmerin und ihr ehrenamtliches Engagement zur Steigerung und Weiterentwicklung der Schorndorfer Innenstadt verlieh der BDS (Bund der Selbstständigen Schorndorf) der 75-jährigen Doris Schäfer vergangenen Montag in der Orangerie im Schlosspark den Schafferpreis.

Qualität für die Innenstadt

In seinen Begrüßungsworten machte Oberbürgermeister Matthias Klopfer deutlich, dass der Einzelhandel und die Belebung der Innenstadt einhergehen mit einer hohen Aufenthaltsqualität. Genau diese Qualität habe die Remstal Gartenschau und die vielen Elemente dieser, in die Innenstadt geholt. OB Klopfer berichtete, dass er einen Brief an Staatssekretärin Splett geschrieben habe, mit der Bitte, die Orangerie an der Stelle der Parkplätze der Landesbediensteten erhalten zu können. Schön wäre es auch, wenn uns die Aufenthaltsqualität beim Unteren Marktplatz erhalten bliebe, so Klopfer weiter.

Starke Frau mit Herzblut

Was Schorndorf auszeichnet, seien erfolgreiche und starke Frauen. In der Vergangenheit und Gegenwart. Legendär, die Schorndorfer Weiber. Barbara Künkelin, die 1688 mit anderen Frauen dafür gerade-stand, dass Schorndorf nicht von den Franzosen eingenommen wurde. Zu deren Ehren wird alle zwei Jahre der Barbara-Künkelin-Preis für couragierte Frauen vergeben. Zuletzt an Sabine Constabel, die sich für das Sexkaufverbot einsetzt und 2016 an Anja Reschke, die in der Flüchtlingskrise gegen Rechte Hetze ihre Stimme erhob. Starke Frauen in der Stadt seien aber auch, so OB Klopfer, Unternehmerinnen, die mit großer Leidenschaft ihre Unternehmen führen, wie beispielsweise die Jungunternehmerin Stephanie Rey mit ihrer Betonwarenfabrik in Haubersbronn oder Martina Buckenmaier, die das Modelabel RIANI gemeinsam mit Tochter Mona in eine neue Zukunft führe. Klopfer freute sich über die Entscheidung der Jury, in diesem Jahr eine besondere Frau mit jahrzehntelangem Wirken in und für die Innenstadt zu ehren und übergab das Wort an Gabriele Koch, Wirtschaftsförderin der Stadt Schorndorf, selbst Preisträgerin des Schafferpreises, die die Laudatio auf Doris Schäfer halten durfte. Robert Schäfer, gelernter Drogist, ebenfalls Schorndorfer, gründete 1962 mit nur 500 DM Startkapital eine Drogerie in Schorndorf. 1967 heirateten Doris und Robert Schäfer. „Mit Doris Schäfer hat er nicht nur eine wundervolle Ehefrau gewählt, sondern eine mindestens genauso engagierte Geschäftsfrau, sagte Koch. Dies zeigte sich auch, als sie neben dem Stammgeschäft in der Gottlieb-Daimler-Straße am Unteren Marktplatz einen zweiten, allein von ihr geführten Laden eröffnete, den sie bis 2002 mit Leidenschaft führte. Neben dem täglichen Kampf als inhabergeführte Einzelhändlerin zog sie außerdem auch noch ihre beiden Töchter groß, so Koch weiter.

Mit Leidenschaft Einzelhändlerin

Das Ehepaar Schäfer stellte in der Vergangenheit ihr Angebot auf hochwertige Parfümerie-Artikel um und entwickelten sich damit erfolgreich weiter. Sie bauten ihr Geschäft um, vergrößerten und modernisierten, ein Kosmetikinstitut kam neu hinzu. Auch in kommunalpolitische Belange mischte sich Doris Schäfer ein, wenn sie den Einzelhandel betrafen, weiß Koch. So beispielsweise bei der Einführung der Fußgängerzone in der Palm-Straße und der Gottlieb-Daimler-Straße. Bei den Gemeinderatswahlen 1980 kandidierte sie, es reichte jedoch nicht für ein Mandat. „Sie hätte dem Gemeinderat sicher gut getan“, lobte Koch.

Immer zukunftsweisend

Regelmäßig tauschte sich Doris Schäfer mit ihren Schorndorfer Händlerkollegen über aktuelle berufliche und kommunalpolitische Schorndorfer Themen aus. Ehrenamtlich übernahm sie Verantwortung durch ihr Engagement beim Verein SchorndorfCentro. Seit dem Jahr 2009 ist die Preisträgerin als zweite stellvertretende Vorsitzende aktiv im Vorstand tätig und mittlerweile zum vierten Mal wiedergewählt worden. „Ich danke ihr, dass sie über 50 Jahre zur Belebung und Steigerung der Attraktivität unserer Innenstadt beigetragen hat“, so die stellvertretende Vorsitzende von SchorndorfCentro und Wirtschaftsförderin Gabriele Koch. Auch habe sie rechtzeitig die Weichen dafür gestellt, dass ihr Geschäft, das sie zusammen mit ihrem Ehemann aufgebaut hat, in ihrem Sinne weitergeführt wird. Dafür habe sie einen überregional tätigen, aber dennoch inhabergeführten neuen Eigentümer gefunden, die Parfümerie Bittel, und das Geschäft in kompetente, jüngere Hände übergeben. „Bemerkenswert, dass sie weiterhin an vier Tagen in der Woche in der Parfümerie Schäfer aktiv tätig ist“, sagte Koch.

Doris Schäfer war überwältigt von der Auszeichnung und bedankte sich bei ihrer Familie, ihren Freunden und ihren langjährigen Mitarbeiterinnen für die Unterstützung. „Das Geschäft in eine Zukunft zu führen, war mir ein wichtiges Anliegen. Somit bleibt Schönheit in Schorndorf erhalten“, freute sich die Preisträgerin.

Der Schafferpreis des BDS

„Was macht einen Schaffer aus?“, stellte Jürgen Linsenmaier, 1. Vorsitzende des BDS die entscheidende Frage bei der diesjährigen Verleihung des Schafferpreises. Ein Schaffer zeichne sich aus als Wertschöpfer und ehrbarer Kaufmann, der sich über die Maßen in der Region engagiere, so Linsenmaier. Seit 1996 verleiht der BDS den Schafferpreis an Menschen, die sich im Wirtschaftsleben und zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger von Schorndorf besonders einsetzen und Verantwortung übernehmen. Weitere Preisträger waren unter anderem Horst Bantel, Wolfgang Kelch, Manfred Veil, Martin Kleinschmidt, die Schorndorfer Weiber, der Kirchbauverein und Gabriele Koch. Zuletzt wurde 2016 Jürgen Buckenmaier als Gründer des mittlerweile weltweit agierenden Modeunternehmens RIANI ausgzeichnet.