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Gemeinsam für ein „L(i)ebenswertes Schorndorf“


Petra Schmettow

Mitte Juli fand die erste Sozialraumkonferenz Nord statt. Das „Nord“ steht für Schorndorf Nord. Der neu entwickelte Begriff umfasst Nordstadt und Vorstadt, also alle Viertel nördlich der Bahnlinie. Langfristiges Ziel ist es, die Entwicklung der Quartiere zu planen – pilotmäßig für Nord, später aber auch für die restlichen Stadtteile. Die Sozialraumarbeit wird von den Fachbereichen Stadtentwicklung und Baurecht sowie Familie und Soziales geleitet und sind Teil des Projekts „L(i)ebenswertes Schorndorf“, das mit 70.000 Euro vom Programm Quartiersimpulse gefördert wird.

Mit dabei waren Vertreter der Stadtverwaltung Schorndorf sowie Institutionen und Einrichtungen der nördlichen Stadtteile. „Es ist etwas Besonderes, dass so viele Behörden, Verbände und Einrichtungen an einem Strang ziehen“, fand Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich. „Wir machen uns auf den Weg, zu schauen, wie die Quartiere 2020 aussehen werden. Dabei sollen eine Grundstruktur für alle Viertel, aber auch individuelle Lösungen gefunden werden.“

Planung gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern

Ein Ziel der Konferenz war es, dass sich die Beteiligten kennenlernen und vernetzen. Manche der Beteiligten arbeiten bereits zusammen. So organisieren zum Beispiel die Paulinenpflege und das Jugendhaus Altlache einmal im Jahr das Wiesenstraßenfest. Ebenso wird im Mühlenviertel bereits ausgiebig Quartiersarbeit betrieben. Dazu gehören Nachbarschaftscafés, Fahrdienste und Ferienprogramme.

Das Hauptziel war jedoch, herauszufinden, wie man alle von den Planungen betroffenen Bürgerinnen und Bürger mit ins Boot holen kann. „Welche Bürgerinnen und Bürger hatten bislang noch nicht die Möglichkeit, ihre Stimme einzubringen?“ und „Wie kann man diese Bürgerinnen und Bürger erreichen?“ waren die großen Fragen. „Denn die Planung geht nur Hand in Hand mit den Betroffenen“, betont Christian Bergmann, Fachbereichsleiter Familie und Soziales. Gemeinsam mit Petra Schmettow vom forum for international development + planning machten sich die Anwesenden dann auf, diese Fragen zu beantworten. Schmettow bringt ihre Erfahrungen aus einem ähnlichen Projekt in Esslingen mit. „Sie sind Pioniere, Versuchskaninchen und Mitgestalter“, erklärte sie den Anwesenden mit einem Augenzwinkern im Hinblick auf ihre Rolle in diesem speziellen Projekt.

Ein erster Schritt ist ein Nachbarschaftsgespräch im Herbst im Zentrum für internationale Begegnungen, bei dem Bürgerinnen und Bürger aus dem Quartier sagen können, was ihnen wichtig in ihrem Viertel ist. Darunter können Themen wie Anbindung an Bus und Bahn, die Ausstattung der Supermärkte oder bauliche Maßnahmen fallen. „Wir hoffen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Gedanken in die Gestaltung ihres Viertels einbringen werden“, sagt Christian Bergmann. „Sie sind das Herz ihres Stadtteils.“