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Der Floristmeister und die Rosen


Michael Liebrich spricht über seine Rosen, bevor er sich ins Goldene Buch einträgt.

Das Rathaus präsentiert einen Teil der letzten Blumenschau im Schlosskeller „Rosen-Geschichten“. Rosen aus Ecuador sollen die schönsten der Welt sein. Die in einem geheimen Prozess haltbar gemachten Blumen wollte der amtierende deutsche Floristmeister und Schöpfer der Ausstellung Michael Liebrich noch ein bisschen länger mit den Schorndorfern teilen. Im Foyer und im ersten Stock des Rathauses können sie nun bis zum Ende der Gartenschau bewundert werden. Zur Vernissage hat sich Michael Liebrich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen.

Es ist erst das zweite Goldene Buch der Stadt Schorndorf, wie Oberbürgermeister Matthias Klopfer betont - also etwas Besonderes, wenn sich jemand einträgt - und Michael Liebrich der erste Florist, der sich verewigen darf. Vor ihm stehen die Namen „Dan Mathieson“, Bürgermeister der Stadt Stratford in Kanada, und Franziska Giffey, Familienministerin der Bundesrepublik.

„Es ist eine große Ehre“, sagt Liebrich. Er freut sich sehr über das Interesse an seiner Arbeit. Dass so viele Menschen die Blumenhalle besuchen, zeige, dass die Leute das Floristenhandwerk zu schätzen wissen. Dann erklärt er, wie es überhaupt zu der Ausstellung kommen konnte. Vor dreißig Jahren gab es im Winter noch keine Rosen in Deutschland zu kaufen, doch durch die Globalisierung hat sich das geändert. Mittlerweile kommen die meisten dieser Blumen aus den Hauptanbaugebieten Ecuador und Kenia. In der südamerikanischen Nation Ecuador mit seinem heiß-schwülen Klima werden die Rosen in hohen Lagen angebaut, wodurch sie große Köpfe bekommen. „Dort messen Gärtnereien schon mal dreißig bis vierzig Hektar. Und das ist nur eine“, betont Liebrich, der das Land besucht hat. In einem speziellen Prozess, den die Gärtner geheim halten, werden die Rosen für lange Zeit haltbar gemacht. Michael Liebrich selbst kennt diesen Prozess nicht, er weiß nur, dass den Blumen ihre Feuchtigkeit entzogen wird und sie dann in eine spezielle Flüssigkeit getaucht werden. 2.300 dieser Rosen hat er verarbeitet und nochmal 1.200 Schnittrosen für die Blumenschau im Schlosskeller. Ein gewaltiges Stück Arbeit, doch es hat sich gelohnt. Die Rosen sehen aus wie frisch gepflückt und verwandeln den ersten Stock des Rathauses in einen floralen Traum.

Oberbürgermeister Klopfer ist gespannt, wie es weitergeht mit den Blumenschauen. Anfangs skeptisch gegenüber der Idee, hat er sich zu einem echten Fan entwickelt und träumt mittlerweile von einer Blumenschau im Rathaus. Ein erster Schritt ist mit dieser Ausstellung auf jeden Fall schon gemacht. Man darf gespannt sein, was folgt.