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Der unendliche Garten ist eröffnet


Eröffnung der Remstal Gartenschau 2019

„Des feiern wir jetzt mal richtig!“, sagte Winfried Kretschmannn, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, bei der Eröffnung der Remstal Gartenschau in Schorndorf. Denn sowas hat der Landesvater noch nicht erlebt: Es ist Gartenschau und der unendliche Garten zieht sich entlang der Rems auf 80 Kilometern und durch 16 Städte und Gemeinden und er verbindet 400.000 Menschen, die hier leben.

Kein Wunder, dass Schorndorfs Marktplatz bei der großen Eröffnungsfeier schier aus den Nähten platzte. So viele Oberbürgermeister und Bürgermeister, Landräte und Abgesandte aus der Region und dem Land drängelten sich hier. Dazu Menschen von Essingen bis Remseck, Remsi und ein Remsgockel, Weinprinzessinen und allerlei mehr illustre Gäste füllten den Marktplatz.

12 Jahre haben sie darauf hingearbeitet, jetzt ist sie eröffnet: die unendliche Remstal Gartenschau. Und sie ist schon mit dem ersten Tag etwas ganz besonders – denn so was gab’s in der ganzen Republik noch nie: 16 Kommunen von der Quelle der Rems bis zur Mündung tun sich zusammen und schaffen gemeinsam ihren Garten. Auf 5.300 Hektar gibt es nun bis zum 20. Oktober unendlich viele Feste zu besuchen, Gärten zu bestaunen und Ausflüge zu machen. Und vieles in diesem Garten wird bleiben: Die Rems darf sich weiter in ihrem neuen Bett ausbreiten, die neu geschaffenen Zugänge zum Fluss werden ebenso das Gartenschau Jahr überdauern, wie auch die Rad, Wander- und Flusswege über das Ende der Gartenschau die Menschen im Tal verbinden werden. Und bei der Eröffnung war zu spüren, da ist mehr als nur ein gemeinsamer Remstal Garten entstanden.

Da haben sich nämlich 16 Städte und Gemeinden und mit ihnen viele tausend Menschen zusammen getan, um an etwas Gemeinsamen zu schaffen. „Grüß Gott“, begrüßte Winfried Kretschmann die versammelten Stadtvätern und Mütter, die ihn und seine Frau Gerlinde vor der Eröffnung auf dem Marktplatz zu einem kurzen Rundgang im Schlosspark empfangen hatten. Vorbei an all‘ den Stadt- und Gemeinde-Vertretern, von denen ihn natürlich alle einluden: „Kommed Sie mal vorbei“, gab es im Schlosspark ein erstes großes Gruppenbild und das Lob des Ministerpräsidenten: „Des b’sondere isch, dass sich keiner die Butter vom Wecka g’fressa hat, sondern dass ihr alle so gut z’samma g’schafft hend“. Frei übersetzt: Die 16 Kommunen sind ein klasse Team.

Auf dem Marktplatz dann Menschen, Menschen und nochmals Menschen und auf der Bühne - da summte es: Kinder in Bienenkostümen verwandelten mit ihrem Gesumm die Bühne in einen lebendigen Bienenstock und sorgten so für das vielleicht schönste und symbolträchtigste Bild dieser Eröffnung: Denn auch wenn es manchmal wild zu ging, die Moderatoren und Bühnengäste sich ihren Weg durch das Gewusel suchen mussten – wie arm und traurig wäre doch die Welt ohne Bienen! Die beiden SWR-Moderatoren Michael Antwerpes und Stephanie Haiber waren so ab und an als Bienendompteure beschäftigt, aber auch diese Aufgabe absolvierten sie, wie ihren ganzen Auftritt mit Bravour und Charme. Und empfingen als erstes auf der Bühne Schorndorfs Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzenden der Remstal Gartenschau 2019 GmbH, Matthias Klopfer und Thorsten Englert, Geschäftsführer der Remstal Gartenschau 2019 GmbH. „Wir sind stolz aufs Remstal mit seinen 400.000 Menschen und das wir in 12 Jahren gemeinsam geschafft haben“, sagte ein strahlender OB Klopfer. Es gab „Mühen, Bauschmerzen und auch Widerstand“, so Klopfer, „aber es ist auch Vertrauen entstanden“. Und die Freude auf jeden Tag im langen Remstal Gartenschau Sommer. „Ich lade Sie ein das Remstal zu entdecken. 164 Tage, über 10.000 Veranstaltungen, Genuss, Bewegung, Kultur und Blumen wohin das Auge reicht und unendlich viel Spaß von Essingen bis Remseck am Neckar“, so auch eine ebenso strahlender Thorsten Englert, Geschäftsführer der Remstal Gartenschau 2019 GmbH.

Mit dem blühenden Barock in Ludwigsburg, der Bundesgartenschau in Heilbronn und nun der Remstal Gartenschau in Schorndorf ist das „baden-württembergische Gartenjahr eröffnet“, freut sich der ausgewiesene Naturfreund Winfried Kretschmann. „Natur, Kultur und Heimat verbinden – über kommunale Grenzen hinweg. Das ist eine wichtige Botschaft, die von dieser interkommunalen Gartenschau ausgeht.“ Dabei ist die Remstal Gartenschau  noch viel mehr als ein großes Fest. Winfried Kretschmann nutzte die Eröffnung der Remstal Gartenschau auch dazu, ein mahnendes Wort und eine tiefe Bitte an alle zu richten: „Wenn wir den Verlust der biologischen Vielfalt wirklich aufhalten möchten, dann müssen wir mit dem Motto der Gartenschau des ‚unendlichen Gartens‘ Ernst machen. Dann brauchen wir Naturschutz überall, in der Stadt und auf dem Land. Dann müssen wir unseren natürlichen Reichtum schützen, indem wir ihn nicht länger zugunsten unseres materiellen Reichtums zerstören.“ Jeder könne von der Gartenschau Ideen nach Hause mitnehmen, was er für den Erhalt unserer lebensnotwendigen Gärten tun kann, „Kies- und Schottergärten können wir dabei den Straßen überlassen.“

Umringt von den kleinen summenden Bienen kamen die Landräte Dr. Richard Sigl für den Rems-Murr-Kreis und Klaus Pavel für den Ostalbkreis zusammen mit Thomas Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart auf die Bühne. Auch sie betonten das Gemeinschaftswerk Remstal Gartenschau, das Maßstäbe setzen kann für die zukünftige Zusammenarbeit in der Region.

Auf der Bühne wurde es immer enger – vor allem als die 16 (Ober-) Bürgermeister, begleitet von solch fabelfhaften Wesen wie einem Einhorn aus Gmünd, oder dem Pfeiffer von Stetten, die Bühne bevölkerten. Es ist, das war sichtbar, eine große, bunte und sehr lebendige Gartenschau-Familie: „Hier geht jeder für jeden durchs Feuer. Ein Hoch auf das was vor uns liegt“, sang Jenny Marsala und wie auch der Gartenschau-Song des Duos Tante Beete Blumenstrauß taugt auch dieser Song jetzt schon zum Gartenschau-Hit. Zum Segen der Kirchen gab es den Segen von oben in Form von Regen, der freilich ebenso wie die Sonne, die sich am Eröffnungswochenende freilich etwas rar machte, die Gärten zum Leben bringt.

So wie das Gesumm und Gewusel der kleinen Bienchen ein wunderbares für die Idee der Remstal Gartenschau abgab, so auch der Auftritt der jungen Frauen vom Engelberger Circus Ratattouille. Ihre Stuhlakrobatik war ein Meisterwerk, entstanden aus gekonntem Zusammenspiel, Kraft und perfekter Balance.

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