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Beraten und beschlossen


Der Neubau des Bewegungskindergartens Purzelbaum im Sportpark Rems schreitet immer weiter voran.

In seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl am 26. Mai standen nach den bereits in der vergangenen Woche vorgestellten Entscheidungen auch die Kindergartenbedarfsplanung, die Entwicklung der Schulkindbetreuung sowie die Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik auf der Tagesordung.

Kindergartenbedarfsplanung fortgeschrieben

Suzan Klink, stellvertretende Fachbereichsleiterin Kindertagesstätten, stellte dem Gremium die Fortschreibung der Kindergartenbedarfsplanung vor. „Trends im Bereich der Kinderbetreuung, die sich in den vergangenen Jahren bereits abgezeichnet haben, bestätigen sich weiterhin“, erklärte Klink. So steige der Bedarf an Ganztagesbetreuung ebenso weiter an wie die Nachfrage nach Betreuungsangeboten für Kinder unter drei Jahren. Um der Nachfrage gerecht werden zu können, sind für die Jahre 2019/2020 bereits folgende Maßnahmen geplant:
  • Eröffnung des 6-gruppigen Kinderhaus Purzelbaum
  • Eröffnung der 6-gruppigen Kita Haldenstraße in Haubersbronn
  • Eröffnung der Krippengruppe in der Kärntnerstraße in Weiler
  • Umbau Kita Wirbelwind und Schaffung weiterer Ganztagesplätze
Im Zuge der aktuellen Kindergartenbedarfsplanung beschloss das Gremium zudem folgende Maßnahmen:
  • Einrichtung einer weiteren Fachberatungsstelle im Fachbereich Kindertagesstätten im Umfang von 50 Prozent
  • Geißhecken (Oberberken): Umwandlung einer U3-Gruppe in eine altersgemischte Gruppe
  • Am Wasserturm (Oberberken): Erweitern des Betreuungsumfangs von 32,5 auf 35 Stunden (ohne Mittagessen)
  • Pauluskindergarten (Nordstadt): Umwandlung einer Ü3- in eine U3-Gruppe in zwei Schritten
  • Helle Eiche (Schornbach): Umwandlung der U3- und Ü3-Gruppe in zwei altersgemischte Gruppen
  • Arche (Miedelsbach): Erhöhung der Öffnungszeiten der Krippe (U3) von 30 auf 38 Stunden
  • Hammerschlag (Nordstadt): Zustimmung zur möglichen Erweiterung des Angebots auf zwei bis sechs Jahre
  • Kinderhaus am Schloss (Südstadt): Einrichtung aller Ganztagesgruppen auf 50 Stunden/Woche, Erhöhung der Randzeiten auf zwei Stunden täglich
  • Kinderhaus Purzelbaum (Nordstadt): Einrichtung einer zweiten Ganztagesgruppe im Umfang von 50 Stunden/Woche für ein Jahr
  • Kindergarten Schurwaldwichtel (Schlichten): Etablierung eines wöchentlichen Bewegungstages mit Naturschwerpunkt
Inklusive der neu beschlossenen Maßnahmen investiert die Stadtverwaltung Schorndorf damit in diesem Jahr mehr als zehn Millionen Euro in die Kinderbetreuung – die Unterhaltung von Gebäuden und der Bau von neuen Einrichtungen ist hier noch nicht einberechnet.

Schulkindbetreuung

„Unser Ziel ist es, die Schulkindbetreuung in Schorndorf bedarfsgerecht und qualitätsvoll weiterzuentwickeln. Denn die Schulkindbetreuung gewinnt vor dem Hintergrund eines seitens des Bundes ankündigenden Rechts auf Ganztagesbetreuung im schulischen Bereich stark an Bedeutung“ – dies erklärte Joachim Loose, stellvertretender Fachbereichsleiter Schule und Vereine, bei der Vorstellung möglicher Maßnahmen im Gemeinderat. Individuelle Betreuung sei von den Eltern gefragt, gleichzeitig sollen dabei auch qualitätsvolle Betreuungsangebote vorhanden sein. „Die Qualitätsanforderungen sind nicht zuletzt durch den Orientierungsplan in den Kindertagesstätten massiv gestiegen“, sagt Loose. „Die Eltern haben daher den Anspruch, dass ein breites Betreuungsangebot beim Übergang in die Schule seine Fortsetzung findet, ohne dass Qualität verloren geht.“ Folgenden Maßnahmen hat der Schorndorfer Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Qualitativer und quantitativer Ausbau

Anpassung des Betreuungsschlüssels und hauptamtliche Betreuungskräfte auch für ein verlässliches Mittagsband: Der Betreuungsschlüssel wird von derzeit durchgehend 1:25 abgesenkt auf 1:20 bei der Kernzeitbetreuung und im Mittagsband der Schillerschule (Mensa im Haus) sowie auf 1:15 bei den Betreuungsangeboten im Ganztagsbereich (Mittagsband, ergänzende Betreuungsmodule, erweiterte Kernzeitbetreuung). Die Umsetzung erfolgt schrittweise bis spätestens zum Schuljahr 2021/2022.
Anpassung der Arbeitszeiten der Betreuungskräfte: Die Verwaltung wird beauftragt, ab September 2019 ein Arbeitszeitmodell einzuführen, welches ermöglicht, die als Mehrarbeit anfallenden Stunden während der Ferien, also außerhalb der aufsichtsrelevanten Zeiten abzubauen. Dies lässt sich durch einen Wegfall der grundsätzlichen Freistellung in den Ferien erreichen.

Anpassung des Betreuungskorridors an verschiedenen Schulen für die Hortkinder bzw. für weitere Bedarfe an den Schulen. Zum Schuljahr 2019/2020 werden folgende Betreuungsangebote angepasst: An der Schlosswallschule und der Künkelinschule wird die Betreuungszeit von Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr ausgedehnt. An der Gottlieb-Daimler-Realschule wird im Anschluss an den Ganztagskorridor ein nachmittägliches Betreuungsangebot von Montag bis Freitag bis 17 Uhr eingerichtet, das auch Schüler des Max-Planck-Gymnasiums nutzen können. Die Angebote sind entgeltpflichtig und richten sich nach den derzeit üblichen Verrechnungssätzen.

Anpassung der Ferienbetreuungsangebote für die Hortkinder bzw. für weitere Bedarfe an den Schulen: Die Ferienbetreuung wird ab 2020 in den Sommerferien von derzeit drei auf vier bis maximal fünf Wochen ausgedehnt. Zusätzlich werden bereits ab 2019 in den bestehenden Ferienbetreuungswochen die Kapazitäten bedarfsorientiert von 30 auf 45 Kinder nach oben angepasst.

Entfristung und Aufstockung der Stelle für die pädagogische Fachberatung in der Kernverwaltung des Fachbereichs: Die Stelle der pädagogischen Fachberatung für die Schulkindbetreuung wird zum 1. September 2019 entfristet und auf durchgängig 22 Wochenstunden im Stellenumfang angehoben.

Fortbildungen aufgrund des Fortbildungskonzepts der Fachberatung: Ab dem Haushaltsjahr 2020 steht der Fachberatung ein jährlicher Etat von 10.000 Euro für das Fortbildungskonzept zur Verfügung.
Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche: Die Entschädigung für Ehrenamtliche wird auf 10 Euro/Stunde angehoben.

Entwicklung einer Ganztageskonzeption

Arbeitskreis Ganztagesschule: Die Stadtverwaltung wird beauftragt, einen Arbeitskreis Ganztagesschulen zu gründen. Dabei werden die Verwaltung als Schulträger und die Schulleitungen ge-meinsame Parameter für die Ganztagesschule entwickeln.

Speed-Dating für Schulen und Kooperationspartner: Als erster Schritt wird ein Speed-Dating für die Ganztagesschulen vorbereitet. Hier können sich potenzielle Kooperationspartner präsentieren und die Schulleitungen sich über die Angebote der Vereine und Institutionen informieren.

Vorläufige Anmeldezahlen

In der Gemeinderatssitzung gab Oberbürgermeister Matthias Klopfer noch die vorläufigen Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr bekannt. Angemeldet haben sich
  • an der Künkelinschule (Grundschule): 52 Schülerinnen und Schüler (zwei Klassen)
  • an der Schlosswallschule (Grundschule): 50 Schülerinnen und Schüler (zwei Klassen)
  • an der Fuchshofschule (Grundschule): 50 Schülerinnen und Schüler (zwei Klassen)
  • an der GS Rainbrunnen (Grundschule); 57 Schülerinnen und Schüler (drei Klassen)
  • an der Schillerschule (Grundschule): 31 Schülerinnen und Schüler (zwei Klassen)
  • an der OPGS Miedelsbach (Grundschule): 20 Schülerinnen und Schüler (eine Klasse)
  • an der Schurwaldschule (Grundschule): 15 Schülerinnen und Schüler (eine Klasse)
  • an der Sommerrainschule (Grundschule): 23 Schülerinnen und Schüler (eine Klasse)
  • an der RMS Weiler (Grundschule): 35 Schülerinnen und Schüler (zwei Klassen)
  • an der Gemeinschaftsschule Rainbrunnen: 43 Schülerinnen und Schüler (zwei Klassen)
  • an der Gottlieb-Daimler-Realschule: 109 Schülerinnen und Schüler (vier Klassen)
  • am Max-Planck-Gymnasium: 99 Schülerinnen und Schüler (vier Klassen)
  • am Burg-Gymnasium: 136 Schülerinnen und Schüler (fünf Klassen)

Polizeiliche Kriminalstatistik vorgestellt

Markus Jatzko, Leiter des Polizeireviers Schorndorf, stellte im Gemeinderat die Zahlen der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik sowie der Verkehrsunfallstatistik vor.

Die Zahlen, die für das Jahr 2018 veröffentlicht wurden, bezeichnet Markus Jatzko als „schlichtweg phänomenal“ und bedankte sich besonders für die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Polizeirevier Schorndorf. Im Jahr 2018 war die niedrigste Anzahl an Straftaten in den letzten zehn Jahren zu verzeichnen. Knapp zwei Drittel aller Straftaten wurden aufgeklärt. Landesweit liegt die Aufklärungsquote bei etwa 55 Prozent, Schorndorf liegt hier also deutlich über dem Durchschnitt. Im Jahr 2018 wurden 14 Wohnungseinbruchsdiebstähle zur Anzeige gebracht. Hier sei ein starker Rückgang zu verzeichnen, so Jatzko. Zum Vergleich: 2014 waren es 65.

Besonderes Augenmerk legte die Schorndorfer Polizei im Jahr 2018 auf Straftaten in öffentlichen Räumen, da diese das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung stark beeinflussen, erklärt Jatzko. Auch hier waren die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr stark rückläufig. Während 2017 insgesamt 1.045 Straftaten im öffentlichen Raum zur Anzeige gebracht wurden, waren es 2018 mit 801 deutlich weniger – ein Rückgang von 23,4 Prozent. Und auch bei den Aggressionsdelikten gab es einen deutlichen Rückgang: Während 2017 insgesamt 149 Aggressionsdelikte verzeichnet wurden, waren es 2018 insgesamt 114. Zurück ging die Gewalt gegen Polizeibeamte im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte. Markus Jatzko erhofft sich durch die Neueinführung der sogenannten „Bodycams“ – eine Kamera, die am Körper der Polizeibediensteten getragen wird und das Geschehen bei Einsätzen aufzeichnet – einen weiteren Rückgang der Zahlen.

Eine leichte Zunahme vermeldete Revierleiter Jatzko bei der Rauschgiftkriminalität im Jahr 2018. „Wir haben im vergangenen Jahr die Kontrollen verstärkt und daher mehr Delikte festgestellt“, machte Jatzko deutlich.

Was die Tatverdächtigenbelastung nach Alter angeht, so hat der Anteil der Minderjährigen im Gesamtverhältnis prozentual abgenommen. Auch die Anzahl an tatverdächtigen Flüchtlingen ist um mehr als 20 Prozent zurückgegangen.

Positives Fazit

Zwar sei für das Jahr 2018 eine eher unauffällige Unfalllage zu verzeichnen gewesen, so Jatzko, signifikant sei allerdings eine Zunahme bei der Zahl der Verkehrstoten: Diese ist von null im Jahr 2017 auf vier im Jahr 2018 angestiegen.

Dennoch zieht Revierleiter Markus Jatzko ein positives Fazit aus den jetzt veröffentlichten Zahlen. Als großes Plus sei zu verzeichnen, dass im Jahr 2018 in vielen Bereichen 5-Jahrestiefstwerte und die niedrigste Anzahl an Straftaten seit zehn Jahren erreicht werden konnte. Die sehr deutlichen, positiven Entwicklungen bezeichnete Markus Jatzko als ein Meisterstück erfolgreicher, polizeilicher Arbeit und dankte seinem gesamten Team für dessen Einsatz. Außerdem gab Markus Jatzko einen kleinen Ausblick auf das Jahr 2019: der Trend für das laufende Jahr zeichne sich derzeit weiter positiv ab.