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Politik im Rathaus: SPD-Fraktion


GR Thomas BergerEr hätte sich bei der bevorstehenden Gartenschau ganz schön eingemischt und den einen oder anderen vor allem schon damit genervt, dass in jedem zweiten Satz die Worte Zeitzeugnis und Vermächtnis vorgekommen wären. Insbesondere beim Alten Friedhof hätte er heftig mit diskutiert.
Er hätte seiner SPD-Fraktion bei den zuletzt getroffenen Beschlüssen zu den Baubeschlüssen beim Breuninger- und Pfleidererareal ordentlich die Leviten gelesen, da von der historischen Bausubstanz so wenig übrig ist und der Gemeinderat im Abreißen großartig, hierbei sich zudem immer einig und im Erhalt von Stadtcharakter unendlich lausig unterwegs ist.
Ein Stadtrat wäre mit dem Vorschlag das Pfleidererareal in Bismarck-Areal umzubenennen im Rat sicher verbal nicht so glimpflich weg gekommen. Der wäre in einem ordentlich gepfefferten Statement aufgeklärt worden.
Er hätte sich über die Weiterentwicklung der Galerie für Technik zu einer „Forscherfabrik“, für die Kinder in der Stadt und darüber hinaus, so sehr gefreut, dass er vielleicht Hoffnung geschöpft hätte, dass in dieser Stadt doch noch nicht Hopfen und Malz verloren wäre.
Er hätte über den allgegenwärtigen Kommerz gebruddelt und sich für die Kinder eingesetzt, damit sie klettern nicht als Videospiel am PC, sondern in der freien Natur erlernen - er hätte grandiose Spielplätze gebaut.
Er hätte Musik gemacht mit Freunden, weitere Bücher geschrieben, Lesungen veranstaltet und sich täglich neu mit der Welt versöhnt.
Er hätte mich angeschaut und geraten, mal wieder öfter zum Laufen zu gehen.
Er hätte seinen Freund Karl-Otto Völker als Ehrenbürger seiner Stadt gesehen und wahrscheinlich bei dessen Feier ein paar deftige Anekdoten aus den gemeinsamen Zeiten in der Manufaktur zum Besten gegeben.
Er war ein Freigeist, ein Handwerker, ein Künstler, ein Gelehrter, ein Komplizierter, ein Einfacher, ein Begeisterter und Schimpfender, ein Denkender aber vor allem ein Handelnder - ein einmaliger Frieder Stöckle halt.

So wie er war, so fehlt er uns. Als Mensch, als Ratgeber, Mahner und als Politiker. Am 6. März wäre er 80 Jahre geworden.

Die Sozialdemokratie gedenkt seiner am 6. März um 15 Uhr mit einer Kranzniederlegung auf dem neuen Friedhof und am 31. März um 11 Uhr im Alten Rathaus mit einer Gedenkfeier. Wir würden uns freuen, wenn Sie auch kämen!