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Demografie als Dönerspieß


Jugendforum

Vergangene Woche fand in der Barbara-Künkelin-Halle das Schorndorfer Jugendforum statt. Es wurde präsentiert, was seit dem letzten Jugendforum erreicht wurde, und erneut hatten Jugendliche die Möglichkeit, sich einzubringen. Zudem wurde der Kooperationsvertrag zur Umsetzung des heißersehnten Jugendcafés unterzeichnet.

„Was ihr bewegen könnt, seht ihr hier!“, erklärt Jugendreferent Peter Komhard den anwesenden Jugendlichen. „Viele Leute dachten schon, das Jugendcafé kommt nicht mehr.“ Tatsächlich hat es zehn Jahre gedauert, bis es beschlossene Sache wurde. Viele, die das Café damals wollten, sind mittlerweile erwachsen. Heute konnten sie den Zweiflern das Gegenteil beweisen. „In der Kommunalpolitik muss Herzblut mitgebracht werden – man braucht einen langen Atem. Wie beim Jugendcafé“, meint der Erste Bürgermeister Edgar Hemmerich. Dank und Anerkennung, dass es geklappt habe, verdienten die, die im Vorfeld so viel geleistet haben – ganz vorne mit dabei: die Jugendinitiative Schorndorf.

Und so wird die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen Stadtverwaltung, evangelischer Gesamtkirchengemeinde Schorndorf, dem CVJM Schorndorf und dem evangelischen Jugendwerk Bezirk Schorndorf auch mit Beifall bedacht. Die Anwesenden sind sichtlich froh.
„Der Raum ist gefüllt mit interessierten, jungen Leuten - nicht nur den Alten“, wie es Hemmerich ausdrückt. „Wer kann besser beantworten, was Jugendliche wollen, als Jugendliche?“ Er selbst sei dafür schon zu weit von diesem Alter entfernt, scherzt der EBM. Er ist sehr erfreut über die hohe Zahl der Jugendlichen, die gekommen sind und sich beteiligen.

Ein Gefühl, das Peter Komhard und auch Petra Nonnenmacher vom Kreisjugendamt teilen. Nonnenmacher findet es nicht selbstverständlich, dass sich so viele Jugendliche engagieren. Für sie ist Jugendbeteiligung ein wichtiges Element einer lebendigen Demokratie. Die Jugendlichen sollen auch schwere Themen ansprechen können, und die Erwachsenen sich ernsthaft damit auseinandersetzen, nicht gleich „die Schere im Kopf haben und sagen, was nicht möglich ist“. Sie sieht die Jugendlichen als rares Gut, das geschützt werden muss in Zeiten des demografischen Wandels, den sie mit einem Dönerspieß vergleicht - oben viel/ die Alten, unten wenig/ die Jungen – ganz zur Belustigung der Anwesenden.

Nach der Eröffnung des Jugendforums haben die Jugendlichen dann die Möglichkeit, Ideen, Vorschläge und Kritik auf Stellwänden einzutragen. Das kommt gut an. Die Freundinnen Kim und Emma sind schon zum zweiten Mal hier. Emma freut sich, dass die Versprechungen vom Vorjahr nicht nur leeres Gerede waren. Kim findet es cool, dass die Jugendlichen hier auch eigene Ideen einbringen können, und dass sie gefragt werden, wie sie die Veränderungen finden.

An den Stellwänden wird fleißig eingetragen und diskutiert. Besonderen Andrang gibt es bei den Themen Mobilität und Umwelt. Die Ideen von heute sind die Realität von morgen. Wer weiß, was bis nächstes Jahr umgesetzt wird. Für Peter Komhard ist das langfristige Idealziel für Schorndorf auf jeden Fall klar: „Es gibt nichts mehr zu meckern und wir fühlen uns pudelwohl.“