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Karl-Otto Völker ist Ehrenbürger


OB Klopfer (l.) verlieh Karl-Otto Völker das Ehrenbürgerrecht.

Vergangenen Sonntag verlieh Oberbürgermeister Matthias Klopfer die höchste Auszeichnung der Stadt, das Ehrenbürgerrecht, an Karl-Otto Völker. Der 72-Jährige wurde für sein Lebenswerk geehrt. „Worte können kaum die Dankbarkeit und Wertschätzung ausdrücken, die ich dir als Oberbürgermeister der Stadt Schorndorf aber auch ganz persönlich für dein lebenslanges Engagement für und in deiner Stadt aussprechen möchte“, sagte Klopfer.

Heimatverbunden

„Schorndorf ist für dich mehr als deine Heimat, dein Lebensmittelpunkt“, so die einleitenden Worte Klopfers. Erste wichtige Stationen in Völkers Jugend waren das CVJM, wo seine ehrenamtliche Tätigkeit ihre Wurzeln hatte. Später wurde er Vorstand im Stadtjugendring. Er bemühte sich um ein selbstverwaltetes Jugendhaus, das mit der Gründung des Jugendzentrums Hammerschlag 1972 zur Realität wurde. Auch der vor genau 50 Jahren gegründete Club Manufaktur spielte immer eine große Rolle in Völkers Leben. Von 1970 bis 1983 war er deren zweiter Vorsitzender. „Du hast es immer als eine öffentliche Aufgabe verstanden, Plätze zu schaffen, in denen sich Menschen begegnen können“, fasste Klopfer zusammen.

Kommunalpolitiker durch und durch

„Du selbst hast einmal gesagt, man kommt als Brandstifter auf die Welt und endet als Feuerwehrmann. Das ist die perfekte Umschreibung deiner Person“, so Klopfer. Über 40 Jahre lang ist Völker in der SPD. Seiner Mutter, die der Meinung war „Politik isch nix für kleine Leut“, wollte er das Gegenteil beweisen. 1975 kandidierte Völker erstmals für den Gemeinderat. 1978 rückte er dann für Werner Schretzmaier nach. Die Zusammenarbeit und Begegnungen mit Karl Wahl prägten ihn. Ab 1986 war Völker 30 Jahre lang Fraktionsvorsitzender. Seine Themen waren unter anderem die autofreie Fußgängerzone, die Sanierung der Altstadt, die Erstellung eines Stadtentwicklungsplans, aber auch Sprachförderung und der Ausbau der Kernzeitbetreuung. Nach 38 Jahren in der Schorndorfer SPD-Fraktion hat er sich 2016 beim 125-jährigen Jubiläum der Schorndorfer SPD aus dem Gemeinderat verabschiedet. „Kontinuität und Kümmern sind der Schlüssel zum Erfolg. Dein Erfolgsrezept: Man muss Menschen mögen und auf sie zugehen“, sagte Klopfer.

Politik am Küchentisch

Karl-Otto Völker im Gespräch.„Für ein gutes Tischgespräch kommt es nicht so sehr darauf an, was sich auf dem Tisch, sondern wer sich auf den Stühlen befindet“ – ein Zitat, das hervorragend zum Küchentisch der Familie Völker passe. Denn an diesem wurde Politik gemacht und ein ganzes Stück Stadtgeschichte geschrieben. „Als Familie habt ihr auch mit euren beiden Söhnen Nico und Robin immer Kommunalpolitik gelebt“, sagte Klopfer. Bei seiner Erwiderung sagte Völker: „Ich nehme die Ehrung gerne entgegen. Aber einer alleine schafft so etwas nicht. Meine Frau Renate hat mich immer konstruktiv und kritisch unterstützt. Dafür danke ich ihr herzlich. Auch danke ich allen, die mich in den letzten Monaten während meiner Krankheit unterstützt haben“. Eine Besonderheit des Ehepaars Völkers: Sie haben gemeinsam an einem Buch über Gottlieb Daimler geschrieben. „Und das ist ein weiteres Merkmal, das dich ausmacht“, so Klopfer.

Goldener Daimler

Mit größter Hingabe, Sachkunde und Leidenschaft verkörperte Völker den Sohn der Stadt, Gottlieb Daimler. Passend zum 125-jährigen Jubiläum des Automobils 2011 schlüpfte er in seine Rolle und führte Touristen und Einwohner durch die Innenstadt. Da im kommenden Jahr hunderte Daimlerfiguren als Kunstprojekt des Künstlers Hörl im Schlosspark aufgestellt werden, überreichte Klopfer dem frischgebackenen Ehrenbürger als Symbol einen goldenen Daimler. Neben seinem Engagement als Gemeinderat war Völker Mitglied im Kreisrat und auch Kreis-Fraktionsvorsitzender. In dieser Zeit fiel auch die Entscheidung für den Erhalt die Klinik. „Alleine dafür könnte man dir die Ehrenbürgerwürde verleihen“, so Klopfer. Auch war Völker 1995 Gründungsmitglied des Vereins der Freunde der Rems-Murr-Klinik und darüber hinaus Patientenfürsprecher. Von 1978 bis 1986 war Völker stellvertretender Vorsitzender der AWO Schorndorf und vor zehn Jahren Impulsgeber der Bürgerstiftung Schorndorf.

Die AOK spielte als Arbeitgeber über 46 Jahre eine immense Rolle in seinem Leben. Obwohl oder gerade weil seine Schwerpunkte in der Öffentlichkeitsarbeit lagen, war er für die Schorndorfer stets die persönliche AOK-Anlaufstelle. Sportlich war Völker beim Vfl, später lange Jahre bei der SG Schorndorf aktiv. Eine seiner Leidenschaften sind die Ringer des ASV Bauknecht. Und auch für Senioren hat sich Völker von 2013 bis 2017 beim Landesseniorenrat eingesetzt. Für seine außerordentlichen Leistungen wurden Völker bereits unter anderem das Bundesverdienstkreuz (2007), die Ehrennadel in Gold des Städtetags Baden-Württemberg (2008) und die städtische Verdienstmedaille in Gold (1999) verliehen. 1949 wurde in Schorndorf zum ersten Mal das Ehrenbürgerrecht an Reinhold Maier verliehen. Völker stimmte selbst bei vier Ehrenbürgerschaften mit: 1986 bei Karl Wahl, 1988 bei Fritz Abele, 1998 bei Johann Philipp Palm, 2005 bei Dr. Werner Lempp.

Besondere Freunde

Den Festakt begleitete „Groove Inclusion“. Karl-Otto Völker hatte die 30-köpfige inklusive Bigband im vergangenen Jahr kennengelernt und als Mitglied der Stiftung der Kreissparkasse Waiblingen beim ersten Weltkongress für Menschen mit Behinderung nach Russland begleitet. Nicht nur die befreundete Bigband umrahmte die Feierlichkeiten. Auch Schriftsteller Felix Huby, langjähriger Freund der Familie Völker, war Teil des Programms und entlockte Karl-Otto Völker so manche Anekdote im Gespräch.